Discounter baut um

Lidl plant Aufspaltung in Nord und Süd

  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
    schließen

Der Wettbewerb unter den Discountern in Deutschland ist groß. Lidl will sein Geschäft jetzt mit einer neuen Strategie stärken - und nimmt sich dafür offenbar ein Beispiel an Konkurrent Aldi.

Neckarsulm - Beim Discounter Lidl aus Neckarsulm ist momentan viel in Bewegung. Das Unternehmen nimmt viel Geld in die Hand, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Sogar die Deutschland-Zentrale von Lidl zieht nach Bad Wimpfen um. Doch das ist bei weitem nicht die einzige großangelegte Neuerung beim Discounter aus Baden-Württemberg.

Lidl will seine Marktpotenziale in Deutschland künftig noch besser ausschöpfen. Dafür bedient sich der Discounter einer Strategie, die bereits Konkurrent Aldi groß gemacht hat. Wie die Lebensmittelzeitung (LZ) berichtet, teilt Lidl seine Vertriebsorganisation künftig in Nord und Süd auf.

Neue Vertriebsorganisation: Lidl orientiert sich an Aldi, macht vieles aber anders

Mit der Aufteilung des Vertriebsgebiets in Nord und Süd will Lidl seine Marktpotenziale in Deutschland besser ausschöpfen, schreibt die Lebensmittelzeitung. Dafür zieht der Discounter sogar eine komplett neue Führungsebene ein. In Zukunft berichten 22 Regionalgesellschaften von Lidl der Nord-Chefin Olivia Rabys, 17 Regionalgesellschaften dem Süd-Chef Jens Stratmann.

Neue Struktur bei Lidl: Der Vertrieb wird in Nord und Süd aufgeteilt. Das Unternehmen bleibt aber einheitlich organisiert, neue Logos gibt es also nicht.

Beim Umbau der Vertriebsorganisation geht es laut Lebensmittelzeitung um die Betreuung der Filialen, sowie die Expansion und Logistik. Darüber hinaus gibt es beim Discounter Lidl aber keine gesellschaftsrechtlichen Veränderungen: Während nämlich Aldi Nord und Aldi Süd zwei separate Unternehmensgruppen sind, bleibt Lidl ein einheitliches Unternehmen mit dem neuen Deutschland-Sitz in Bad Wimpfen. Auch der Einkauf bleibt zentral organisiert, berichtet die LZ.

Der Umbau bei Lidl war bereits im Herbst 2020 eingeleitet worden und betrifft ausschließlich die deutsche Landesgesellschaft des Discounters. Auch verschiedene Logos, wie es Kunden von Aldi Süd und Aldi Nord gewohnt sind, wird es bei Lidl nicht geben.

Vertriebsstruktur bei Lidl: Discounter streitet schon seit geraumer Zeit über Aufteilung

Klaus Gehrig, Leiter der Schwarz-Gruppe, wollte die Spaltung des Vertriebsgebiets von Lidl in Nord und Süd bereits vor Jahren einführen. Neben Lidl gehört auch der Discounter Kaufland zur Schwarz-Gruppe. Doch intern stieß Klaus Gehrig damit auf Widerstand, viele Manager sahen gerade in der Einheitlichkeit von Lidl eine Stärke gegenüber der aufwendigen Doppelstruktur von Konkurrent Aldi.

Paradoxerweise bewegen sich die Konkurrenten Lidl und Aldi aktuell in entgegengesetzte Richtungen. Während Lidl seine Vertriebsstruktur nach dem Vorbild von Aldi umstrukturiert, bemüht sich Aldi den Graben zwischen Nord und Süd zu verkleinern. Wie die Lebensmittelzeitung schreibt, hat Lidl gerade im Norden Deutschlands laut aktuellen Marktforschungszahlen ein großes Wachstumspotenzial. Die neue Vertriebsstruktur ist nicht die einzige Strategie, die Lidl im Kampf um den Discounter-Markt fährt. Beispielsweise testet Lidl in Heilbronn eine völlig neue Bezahlmethode, um noch mehr Kunden zu gewinnen.

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa/picture alliance

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare