Verbraucherschutz warnt

Lidl-Gutscheine entpuppen sich als dreister Fake - woran man sie erkennt

Ein Schild an einer Lidl-Filiale.
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Derzeit sind Lidl-Mails mit angeblichen Gewinnen im Umlauf - der Discounter hat damit jedoch nichts zu tun.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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In vielen E-Mail-Postfächern befindet sich derzeit eine vermeintliche Nachricht des Discounters Lidl aus Neckarsulm. Der Gutschein entpuppt sich jedoch als Fake - der Verbraucherschutz warnt.

Stuttgart/Neckarsulm - Supermärkte und Discounter wie Lidl oder Kaufland, beide aus dem baden-württembergischen Neckarsulm, sind neben Drogeriemärkten wie dm aus Karlsruhe nahezu die einzigen Läden, die in der Corona-Krise geöffnet haben. Lidl und Kaufland gehören zur Schwarz-Gruppe, dem größten Lebensmittelhändler Europas, die Filialen sind nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland weit verbreitet. Gerade in der aktuellen Pandemie, bei der viele Menschen in Kurzarbeit sind und deshalb deutlich weniger Geld verdienen, freuten sich sicherlich viele über eine vermeintliche E-Mail-Nachricht von Lidl.

Aktuell kommt es immer wieder zu Betrügereien, beispielsweise durch Anrufe von falschen Polizisten oder Betrügern, die sich als Telekom-Mitarbeiter ausgeben. Die Polizei Aalen und die Polizei Stuttgart warnen aktuell auch vor einer falschen Paket-SMS. Darin wird eine Paketlieferung angekündigt, die man per Klick auf einen Link bestätigen soll. Die Betrugsmasche mit einem vermeintlichen Lidl-Einkaufsgutschein funktioniert grundsätzlich genauso. Der Verbraucherschutz warnt ausdrücklich. Bei dem Gutschein handelt es sich um einen Fake, die E-Mail stammt nicht von Lidl. Doch wie sieht diese Fake-E-Mail überhaupt aus?

Lidl: Angebliche E-Mail des Discounters - woran erkennt man den Betrug?

In Baden-Württemberg kommt es immer wieder zu Betrugsversuchen, die bereits auf den ersten Blick als solche zu erkennen sind. Im vergangenen Jahr sollte eine Frau aus Lörrach 280 Euro für falsches Parken zahlen. Auf dem vermeintlichen Strafzettel an ihrem Auto stand jedoch nicht, an wen sie diese Summe zahlen sollte und dazu war der Betrag auch noch handschriftlich in das Dokument eingetragen. Besonders fatal ist die Situation allerdings, wenn sich ein Betrug eben nicht direkt als solcher zu erkennen gibt. Im Falle der Fake-E-Mail von Lidl macht alles den Anschein, als handele es sich tatsächlich um einen Gutschein des baden-württembergischen Discounters.

Die E-Mails machen optisch den Anschein, als stammten sie tatsächlich von Lidl.

Laut dem Verbraucherschutz suggeriert die sich derzeit im Umlauf befindliche E-Mail durch das offizielle Lidl-Logo, dass es sich tatsächlich um eine Nachricht der Supermarkt-Kette handelt. Daneben verspricht der Text auch, dass der Betroffene den Gutschein über 500 Euro bereits sicher hat. Der Text einer solchen E-Mail könne jedoch optisch sowie auch in Bezug auf den Inhalt, den Absender und den Betreff jederzeit angepasst werden.

Dem Verbraucherschutz sind aktuell Fake-Mails mit folgenden Absende-Adressen bekannt:

  • contact@sittidy.site
  • infos@beautysuccess.fr
  • lidl-pren-silvercrest-lidl-cadeau@silv21.club

Die Betreffzeile variiert ebenfalls je nach E-Mail. Ein möglicher Text der angeblichen Lidl-E-Mail lautet beispielsweise:

Hallo Lieber Kunde,

Sie haben die einmalige Chance an unserer Verlosung teilzunehmen und eine 500 Euro Lidl-Geschenkkarte zu gewinnen! Wir verschenken die Lidl-Geschenkkarten unter unseren Teilnehmern. Bestätigen Sie Ihre Teilnahme indem Sie auf den unten stehenden Button klicken und gewinnen Sie heute noch Ihre 500 Euro Lidl-Geschenkkarte. Beeilen Sie sich - das Angebot endet sobald alle Geschenkkarten vergeben sind. Sobald alle Geschenkkarten Ende des Monats vergeben sind.

(Quelle: verbraucherschutz.com)

Das ist jedoch nur eine mögliche Form der angeblichen Lidl-E-Mails. In weiteren wird beispielsweise behauptet, der Empfänger sei der 99.999zigste E-Mail-Empfänger und könne deshalb eine teure Küchenmaschine gewinnen. In allen Fällen wird der Empfänger jedoch dazu aufgefordert, auf einen beigefügten Link zu klicken.

Fake Lidl-E-Mail: Welche Folgen hat ein Klick auf den Link?

Laut dem Verbraucherschutz suggeriert die angebliche Lidl-Mail nur einen Gewinn, tatsächlich wird der Empfänger jedoch dazu aufgefordert, an einem Gewinnspiel eines Datensammlers teilzunehmen. Gewonnen hat man in diesem Fall also gar nichts, auch wenn im Betreff Zeilen wie „Herzlichen Glückwunsch“ stehen. „Wir empfehlen, die E-Mail ungelesen zu löschen beziehungsweise in den Spam-Ordner zu verschieben und den Links nicht zu folgen“, schreibt der Verbraucherschutz. Mit einem Klick auf den beigefügten Link gelangt man nicht etwa auf eine Seite von Lidl, sondern zu einem Datensammler. Dort soll man statt etwas zu bestätigen seine persönlichen Daten erneut eingeben.

Wenn man nach Aufforderung in der angeblichen Lidl-Mail seine persönlichen Daten eingibt, erteilt man dem Datensammler - beziehungsweise einem entsprechenden Werbeunternehmen - eine Werbeerlaubnis. Dieses kann die Daten dann für Werbezwecke gebrauchen oder an andere Unternehmen weiterverkaufen. Das beste Vorgehen ist in diesem Fall also zum einen gar nicht erst auf den Link zu klicken und zum anderen die E-Mail in den Spam-Ordner zu verschieden. Damit vermeidet man weitere E-Mails mit ähnlichen Absichten. Laut des Verbraucherschutzes ist derzeit nicht bekannt, ob die vermeintlichen Lidl-Gutscheine nur per E-Mail oder auch per SMS oder Whatsapp-Nachricht versandt werden.

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