„Haben es uns nicht ausgesucht“

Kunde beschwert sich über Lidl-Mitarbeiter ohne Maske - Verkäuferin schlägt zurück

Eine Kassiererin in einem Supermarkt trägt Maske, ein Kunde bezahlt per Smartphone
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Supermarkt-Mitarbeiter, die hinter einer Plexiglas-Scheibe sitzen, dürfen die Maske auch mal abnehmen. Manche Kunden haben dafür kein Verständnis (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Als Lidl auf Facebook eine Schnelltest-Offensive für Mitarbeiter ankündigte, nutzten Kunden die Gelegenheit, um sich über Lidl-Angestellte auszulassen. Eine Verkäuferin wehrte sich.

Neckarsulm - Der Discounter Lidl will seine rund 458.000 Mitarbeiter noch besser vor Corona schützen. Auf seiner Facebook-Seite kündigte der Discounter an, allen Mitarbeitern in Deutschland und zeitnah an Standorten weltweit Schnelltests anzubieten - und zwar einmal pro Woche. Mit der Maßnahme zum Infektionsschutz leistet Lidl einen Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg und in ganz Deutschland. Auf diese Ankündigung von Lidl reagierten Kunden auf Facebook jedoch verärgert und sogar höhnisch.

„Dachte immer, die Supermärkte sind vor Corona geschützt? Den Eindruck bekommt man, wenn man bei euch einkaufen geht. Alles dicht an dicht und einige Mitarbeiter mit der Maske unterm Kinn“, empörte sich eine Facebook-Nutzerin. „Ich hoffe, dass die Tests auch gemacht werden, wo doch die Mitarbeiter hinter der Kasse ohne Maske meine Lebensmittel voll atmen. Unglaublich sowas“, schreibt ein anderer. Unter dem Beitrag entfachte sich eine Kommentar-Schlacht, in die sich auch Lidl-Mitarbeiter einklinkten - die wollten sich die Anschuldigungen nicht gefallen lassen.

Lidl-Verkäuferin platzt der Kragen: „Freuen uns über ein paar Minuten Atem ohne Maske“

„Ist dem ein oder anderen eventuell nicht bewusst, dass wir die Scheiß-Dinger seit gut einem Jahr fünf Tage die Woche circa neun Stunden anziehen müssen?!“, schießt eine Verkäuferin zurück. „Wenn ihr jemanden seht, der die Maske unter der Nase trägt, gönnt es uns! Wir haben es uns nicht ausgesucht, diese scheiß Maske tragen zu müssen und freuen uns über ein paar Minuten Atmen ohne Maske.“

Eine weitere Nutzerin sprang der Verkäuferin zur Seite und erklärte: „Mitarbeiter dürfen hinter der Kasse ohne Maske sitzen“ - einige Kunden verständen das nicht. Tatsächlich dürfen Verkäufer im Einzelhandel ihre Maske in bestimmten Situationen ablegen. Beispielsweise, wenn sie hinter einer Pexiglasscheibe sitzen oder allein im Lager arbeiten.

Lidl und Co.: Immer mehr Verkäufer berichten von Anfeindungen im Berufsalltag

Immer mehr Verkäufer bei Lidl, Aldi und Co. berichten von Anfeindungen in ihrem Berufsalltag. Offenbar hat die Pandemie die Situation noch verschlimmert. Auf die Ausbreitung des Coronavirus reagierten zahlreiche Kunden bereits im vergangenen Jahr mit Panik und stürmten Supermärkte. Unter der angespannten Situation leiden dann vor allem die Supermarkt-Angestellten. Erst kürzlich rechnete eine Lidl-Verkäuferin mit den Kunden ab - und machte ihrem Ärger Luft.

Auch die Gewaltbereitschaft unter Supermarkt-Kunden scheint sich aktuell zu häufen. So rastete eine Real-Kundin in Gerlingen aus, weil ihre geplante Rückgabe eines Wasserkochers scheiterte: Als ein Verkäufer ihr demonstrierte, dass das Gerät funktioniert, versuchte sie, ihn mit heißem Wasser zu überschütten. In Pforzheim attackierte ein Mann eine Kassiererin, weil ihm die Wurst zu teuer war.

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