Situation in China

Aldi und Lidl: Kunden ärgern sich über leere Regale - heftige Lieferengpässe

Eine Vielzahl an Containern.
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Lieferengpässe für Lidl und Aldi: Viele Waren kommen derzeit erst verspätet in Deutschland an.
  • Valentin Betz
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Discounter wie Lidl und Aldi sind für günstige Lebensmittel bekannt. Sie verkaufen aber auch andere Waren. Diese Nonfood-Produkte machen aktuell Probleme.

Bad Wimpfen - Das Sortiment von Lidl besteht nicht nur aus Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs. Regelmäßig bieten Discounter wie Lidl oder Aldi auch sogenannte Nonfood-Produkte an, beispielsweise Mode, aber auch Bettwäsche, Kissen oder Decken. Aktuell kämpfen die deutschen Discounter allerdings mit Versorgungsengpässen im Nonfood-Bereich.

Wie die Lebensmittelzeitung (LZ) berichtet, mussten beide Konzerne deshalb bereits Aktionen verschieben. „Das kostet richtig Umsatz“, erklärte Handels-Professor Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Heilbronn gegenüber der LZ.

Lidl und Aldi: Discounter kämpfen mit Lieferengpässen für Nonfood-Produkte

Dabei plagen die Discounter aktuell ohnehin Probleme. Die Corona-Pandemie ist noch nicht überstanden, gleichzeitig droht Supermärkten eine Preisexplosion. Wie auch andere Bereiche der Wirtschaft in Baden-Württemberg sind Discounter wie Lidl eng mit ausländischen Märkten verbunden, besonders China. Corona führte allerdings zu gestiegenen Transportkosten, was speziell die Lieferanten der Supermarktketten an den Rand der Existenz führte. „Wenn Sie Millionenbeträge an Frachtkosten extra bezahlen müssen, dann kommt darauf auch noch der Zoll“, so ein Mittelständler zur LZ.

Aktuell zeigt sich bei den Discountern aber die große Abhängigkeit von China. Viele Waren kommen aus dem asiatischen Land, das aber durch akuten Strommangel Produktionsschwierigkeiten hat. Der Autoindustrie drohen deshalb ebenfalls massive Ausfälle. Durch die Stromsparmaßnahmen in China würden sich kommende Lieferungen verzögern, so ein Lieferant zur LZ. Eine Studie der Landesbank Baden-Württemberg rechnet sogar damit, dass selbst das Weihnachtsgeschäft bei Lidl und Aldi noch von den Lieferengpässen beeinträchtigt wird. Wie die HNA* berichtet, fehlen Waren im Regal von Aldi und Lidl.

Lieferengpässe bei Lidl und Aldi: Discounter verschieben Aktionsangebote

Alleine Lidl hat laut Lebensmittelzeitung über 1.400 Nonfood-Lieferanten aus China. Durch die Engpässe musste der Discounter bereits Werbetermine für Aktionsartikel verschieben. Bei Aldi wurde Ware für eine Aktion zu fünf verschiedenen Terminen angeliefert.

Mit einer schnellen Besserung der Situation rechnet zumindest die Studie der Landesbank Baden-Württemberg nicht. Ihre Analyse fürchtet, die Lieferengpässe könnten bis ins erste Halbjahr 2022 anhalten. *HNA ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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