Kreis Waldshut

Frau erschrickt vor 25 Zentimeter großem „Getier“ in Wohnung - und die Polizei hat ihren Spaß

  • Valentin Betz
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Eine Frau im Kreis Waldshut hat einen eher ungewöhnlichen Einbrecher erwischt. Der Eindringling kam über die Terrassentür in die Wohnung - und jagte der Frau einen ordentlichen Schrecken ein.

Lauchringen - Einbrecher steigen meist durch Türen oder Fenster in Wohnungen ein. Diese aufzubrechen ist für Profis kein Problem. Besonders einfach ist es aber, wenn Fenster nur gekippt sind - oder Türen gleich ganz offen stehen. Nicht umsonst heißt es „Gelegenheit macht Diebe“.

Das dachte sich wohl auch ein Eindringling in Lauchringen im Kreis Waldshut, als er die zum Lüften offen gelassene Terrassentür einer Wohnung sah. Doch die Bewohnerin erwischte den Täter auf frischer Tat, bekam dabei aber einen ziemlichen Schrecken. Denn der Eindringling war nicht etwa ein Mann mit Sturmhaube, sondern eine 25 Zentimeter große Krabbe.

Lauchringen: Wollhandkrabbe spaziert in Wohnung - Frau erschrickt und ruft Polizei

Die Chinesische Wollhandkrabbe kann sogar bis zu 30 Zentimeter groß werden und sieht mit ihren zwei großen Scheren und acht Beinen ganz schön furchteinflößend aus. Das dachte sich wohl auch die Frau, als sie in ihrer Wohnung auf das ihr laut Polizei „unbekannte Getier“ stieß und wählte den Notruf - auch, wenn die Krabbe vermutlich keine Wertgegenstände klauen wollte.

Die Chinesische Wollhandkrabbe drang unerlaubt in eine Wohnung in Lauchringen ein. Für den Menschen ist sie aber ungefährlich.

Davor stellte sie allerdings sicher, dass der ungebetene Besucher keinen Fluchtversuch unternimmt. „Mutig hatte sie dem Tier einen Mülleimer übergestülpt, sodass sich ein fachkundiger Polizeibeamter vor Ort ein Bild von dem ‚Gefangenen‘ machen konnte“, schrieb die Polizei, die sich offenbar sehr über den Vorfall amüsierte. In der Polizeimeldung heißt es, das Tier habe sich über die Terassentür „illegal Zutritt verschafft“.

Der Polizeibeamte übergab die Chinesische Wollhandkrabbe schließlich dem Veterinäramt. Eine ähnliche Überraschung erlebten Beamten kürzlich auf der A5. Nach einem schweren Unfall fand die Polizei ein Löwenbaby in einem Anhänger.

Wollhandkrabbe in Lauchringen: Eindringling wanderte vermutlich vom Rhein bis zu der Wohnung

Die Chinesische Wollhandkrabbe kommt eigentlich aus China, auf den Scheren haben die Krabben den namensgebenden „Haarpelz“. Das Exemplar in Lauchringen ist aber wohl nicht extra aus China angekrabbelt. Die Art wurde schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Europa eingeschleppt und hat sich in vielen Flüssen Deutschlands bereits etabliert. Bislang hat die Wollhandkrabbe aber kaum Schaden in heimischen Ökosystemen angerichtet. Eine andere invasive Art bereitet da schon mehr Sorge. In Stuttgart wurde das tödlichste Tier der Welt gesichtet, vor dem Bill Gates bereits warnte: Die Tigermücke kann tödliche Krankheiten wie das Dengue-Fieber übertragen.

Das Exemplar aus Lauchringen wanderte vermutlich aus dem wenige Kilometer entfernten Rhein in die Wohnung der Frau. Zwar war ein Vorkommen der Chinesischen Wollhandkrabbe im Kreis Waldshut laut Polizei bislang nicht bekannt, die Strecke könnte die Krabbe aber sehr wohl zurückgelegt haben. Denn normalerweise wandern die Tiere aus dem Süßwasser ins Mündungsgebiet von Flüssen, um im salzigen Wasser zu laichen. Dabei schaffen sie eine Tagesleistung zwischen acht und zwölf Kilometern.

Die Chinesische Wollhandkrabbe kann aber auch im Aquarium gehalten werden. „Möglicherweise war der Einzelgänger auch irgendwo ausgebüxt“, erklärte die Polizei deshalb. Auch wenn das Tier in Lauchringen unerlaubt in die Wohnung eindrang, für die Frau bestand zu keiner Zeit Gefahr: Chinesische Wollhandkrabben sind für Menschen ungefährlich. Anders als im Kreis Ludwigsburg, wo eine aggressive Katze eine Frau hinterrücks angriff.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Polizei/Polizeipräsidium Freiburg/dpa

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