Ansturm auf Skigebiete

Landwirt vom Feldberg rechnet mit Tagesausflüglern ab: „Dieses Verhalten kotzt mich nur noch an“

Menschenmassen im Schnee auf dem Feldberg
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Ansturm auf Skigebiete im Schwarzwald: Der Feldberg ist trotz Lockdown ein beliebtes Ausflugsziel
  • Sabrina Hoffmann
    vonSabrina Hoffmann
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Weil der Lockdown Skiferien unmöglich macht, stürmen Schneetouristen die Skigebiete in Baden-Württemberg. Ein Landwirt aus dem Schwarzwald macht seinem Ärger nun Luft.

Feldberg - Baden-Württemberg befindet sich wegen des Coronavirus seit Monaten im Lockdown. Das öffentliche Leben ist weitgehend zum Stillstand gekommen. Geschäfte, Restaurants und Hotels müssen schließen. Der Lockdown in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern führte besonders in den Weihnachtsferien zu starken Einschränkungen. Denn an Winterurlaub war nicht zu denken.

Alle Skipisten in Deutschland sind geschlossen. Österreich und die Schweiz riegeln ihre Skigebiete vor Touristen aus dem Ausland ab. Für das Freizeitvergnügen im Schnee bleibt den Menschen in Baden-Württemberg nur noch eine Option: Tagesausflüge zu Skigebieten in der Region. Obwohl die Skilifte geschlossen sind, drängen sich Tausende Schneetouristen im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb. Zum Rodeln, Langlaufen, Winterwandern.

Ansturm auf Skigebiete im Schwarzwald: Schneetouristen treiben Einheimische zur Verzweiflung

Parkplätze sind überfüllt, Zufahrtsstraßen und Rettungswege durch abgestellte Fahrzeuge blockiert. Die Polizei muss in den Skigebieten in Baden-Württemberg hart durchgreifen und ahndet zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Verordnung. Nicht nur in Baden-Württemberg und Bayern verursachen Schneetouristen und Tagesausflügler Chaos. In ganz Deutschland sind beliebte Winterausflugsziele völlig überfüllt.

Besonders ärgerlich ist der Ansturm auf die Skigebiete in Baden-Württemberg für Einheimische und Bauern. Sie sind die Leidtragenden, wenn Menschenmassen ihre Gemeinden und Grundstücke stürmen. Auf einen Bericht von BW24 zum Andrang der Schneetouristen reagierte nun ein Landwirt vom Feldberg, der in der Region Acker bewirtschaftet und Tiere hält.

„Ich wohne am Feldberg. Den Rest erspare ich mir, was ich hier täglich erleben muss. Oder am Titisee unten“, klagt der Landwirt als Antwort auf einen Beitrag von BW24. Seine Felder seien völlig überfüllt. Die Schneetouristen verhielten sich frech, beleidigten und bedrohten ihn gar. „Die Leute haben keinerlei Benehmen“, schreibt der Landwirt aus dem Schwarzwald. „Immer nur diese ICH-ICH-ICH-Egoisten“. Diese Menschen dächten nur an sich, alle anderen seien ihnen „scheißegal“.

Skigebiete im Schwarwald: Landwirt vom Feldberg rechnet mit „ach so grünen Städtern“ ab

Der Landwirt vom Feldberg glaubt genau zu wissen, woher die Tagesausflügler kommen - aus der Stadt. „Dieses ignorante Ich-Gehabe der ach so grünen Städter kotzt mich nur noch an“, schreibt er. Es sei in Ordnung, wenn die Schneetouristen auf seinen Feldern Schlitten fahren und Spaß haben. Darüber freue er sich sogar, schreibt der Landwirt. Aber die Ausflügler würden eine „Sauerei“ hinterlassen. Laut dem Landwirt lassen sie Müll und kaputte Schlitten auf seinen Feldern liegen. Zudem würden sie seine Tiere ärgern, sie mit Steinen bewerfen.

Die Schneetouristen hinterlassen nach den Schilderungen des Landwirts noch weitaus Unappetitlicheres auf den Feldern. „Was glauben Sie, wo diese Leute, ihre Notdurft verrichten? Wenn Alles dicht ist, die WCs auch?“ Der Landwirt aus Baden-Württemberg findet verschmutze Papiertaschentücher und Kot auf seinen Grundstücken, erwischt immer wieder Tagesausflügler, die dort urinieren.

Schneetouristen parken Feldwege zu - Landwirt aus dem Schwarzwald lässt rigoros abschleppen

Die Schneetouristen parken laut dem frustrierten Landwirt seine Privatwege zu, fahren Furchen in seine Felder - obwohl er Hinweisschilder aufgestellt hat. „Das ist das Allerletzte. Das ist asozial. Ich lasse mittlerweile rigoros abschleppen“, schimpft der Landwirt aus dem Schwarzwald. „Das kostet dann ordentlich und nur über den Geldbeutel verstehen es diese verlogenen ‚Ich zuerst und nur Ich‘-Egoisten. Dann, wenn es kostet, ist das Geheule und Geschrei groß.“

Wenn er die Schneetouristen auf ihr Verhalten anspreche, werde er „aufs Übelste“ beleidigt. Deshalb habe er sich angewöhnt, nur noch stumm den Kopf zu schütteln. „Komisch. Das verstehen sogar die ‚ICH, ICH, ICH, NUR ICH UND MEINE Kinder‘-Menschen sofort und schauen bedröppelt.“ Als Rechtfertigung hört der Landwirt von den Schneetouristen oft die Frage, was sie sonst mit ihren KIndern machen sollten. Sie wollten unbedingt im Schnee spielen.

Wenn es nach dem wütenden Landwirt aus dem Schwarzwald geht, hilft nur eines gegen den Andrang der Schneetouristen: Die Skigebiete weiträumig zu sperren.

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