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Landkreistag: Gesundheitsämter weiter stark ausgelastet

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Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes blickt auf einen Computerbildschirm, auf dem der Stammbaum unterschiedlicher Mutationen des Coronavirus angezeigt werden.
Die Gesundheitsämter im Land haben durch die Pandemie noch immer einen Berg an Arbeit zu bewältigen (Symbolbild). © Sebastian Gollnow/dpa

Durch die Corona-Pandemie kam auf die Gesundheitsämter ein Berg an Arbeit zu. Ein Rückgang der Fallzahlen sollte eigentlich Entlastung bringen. Doch neue Aufgaben fordern die Ämter zusätzlich - und auch die Infektionen nehmen wieder zu.

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Gesundheitsämter in Baden-Württemberg sind nach Angaben des Landkreistages weiterhin sehr stark ausgelastet. Grund dafür sei neben der Belastung durch die Bearbeitung von Corona-Fällen, dass mehrere Aufgaben neu hinzugekommen seien, sagte ein Sprecher des Kommunalverbands in Stuttgart.

Dazu zähle etwa die Überprüfung des Masernschutzes. Bis zum 31. Juli müssen Eltern mit ihren Kindern und Beschäftigte etwa in Kitas oder Arztpraxen eine Masernimpfung nachweisen. Durch mehr Geburten im Land seien die Mitarbeitenden der Ämter derzeit zudem mit zahlreichen Einschulungsuntersuchungen beschäftigt. Auch die Digitalisierung der Ämter schreite voran. Das bedeute zunächst viel Zeit für die Einführung neuer Systeme.

Als die Corona-Fallzahlen im Frühjahr zurückgegangen seien, hätten die Gesundheitsämter versucht, einen Teil ihrer vielen anderen Aufgaben nachzuholen, sagte der Sprecher. Doch bereits seit Ende Mai steigen die Corona-Fallzahlen im Südwesten wieder. Zuletzt lag die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen und pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) landesweit bei mehr als 800. In mehreren Stadt- und Landkreisen verzeichneten die Behörden gar eine Inzidenz von mehr als 1000.

Die Inzidenz bildet das Infektionsgeschehen aber nur unzureichend ab. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht erfasster Fälle aus - vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

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