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Land unterstützt Umbauten von geschützten Denkmälern zu Eigenheimen

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Umbau und Erweiterung des Lutherhauses
Wer ein denkmalgeschütztes Haus zu einem Eigenheim umbauen und modernisieren möchte, steht oft vor einer Herausforderung. Das Land möchte dabei nun unterstützen (Symbolbild). © Michael Reichel/dpa

Das Wohnen in einem geschützten Denkmal, hinter historischen Mauern oder stilvollen Stuckfassaden ist etwas Besonderes. Es ist aber gar nicht so leicht, ein leer stehendes Gebäude zum Eigenheim umzubauen. Das Land will dabei unterstützen. Das ist auch dringend nötig.

Stuttgart (dpa/lsw) - Mit einem millionenschweren Sonderprogramm will das Land dringend nötigen Wohnraum in früheren Gasthöfen, leerstehenden Schulen, alten Bahnhöfen oder ehemaligen Fabriken erhalten und zeitgleich das Wohnen in Denkmalen unterstützen. Unter dem Titel «Wohnen im Kulturdenkmal» sollen Konzepte mit rund zwei Millionen Euro gefördert werden. «Jede Wohnung zählt. Und möglichst viele Potenziale sollen mit dem Programm gehoben werden», sagte Bauministerin Nicole Razavi, die am Donnerstag (15.00 Uhr) in Beuren (Kreis Esslingen) Einzelheiten vorstellen möchte. Es sei zudem geplant, sogenannte Leuchtturmprojekte stärker zu unterstützen.

Razavi zufolge schlummern im Gebäudebestand noch Reserven für den in Baden-Württemberg dringend nötigen Wohnraum. «Wir wollen auch die Potenziale in Kulturdenkmalen stärker heben», kündigte die CDU-Politikerin an. Neben leer stehenden Bauernhöfen mit dazugehörigen Scheunen, ehemaligen Rathäusern oder Schulgebäuden gehörten auch Häuser dazu, die früher gewerblich genutzt wurden wie alte Lagerhäuser oder denkmalgeschützte Werkstätten.

Das von der Landesdenkmalpflege konzipierte Sonderprogramm solle ein Zeichen setzen, sagte Razavi. «Wohnen in Kulturdenkmalen ist möglich und hat einen einzigartigen Charme. Einem historischen Gebäude wieder Leben einzuhauchen ist dazu nachhaltig im besten Sinne.» Mit dem Geld sollten Eigentümer von Denkmalen zu solchen beispielhaften Projekten ermuntert werden. Insgesamt gibt es laut Bauministerium 90 000 Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, nicht alle sind aber zum Wohnen geeignet.

Die Zeit drängt, denn der Druck auf den baden-württembergischen Wohnungsmarkt steigt stetig. Im vergangenen Jahr sind im Land zwar mit 43 990 neuen Wohnungen fünf Prozent mehr bebaut worden als 2019. Aber der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist höher. Nach Angaben der L-Bank sind im Südwesten im Jahr 2021 rund 47 400 Wohneinheiten genehmigt worden, das sind acht Prozent mehr als im Vorjahr und so viele neue Wohnungen wie seit dem Ende der 90er Jahre nicht mehr. Offizielle Zahlen für das vergangene Jahr liegen noch nicht vor.

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