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Ladesäulen für E-Autos: Bei Mercedes-Benz und Porsche „gleicht Laden einem finanziellen Glücksspiel“

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Von: Valentin Betz

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Mercedes-Benz EQA 250 silber Ladestation Ionity
Bei Ladestationen gibt es nicht nur unabhängige Anbieter. Doch die Säulen der Fahrzeughersteller werden wegen unübersichtlicher Tarife kritisiert - besonders Mercedes-Benz und Porsche kommen nicht gut weg. © Daniel Maurer/Mercedes-Benz AG

Die Tarife an Ladestationen von Autoherstellern sind mitunter kompliziert und intransparent. Besonders Porsche und Mercedes-Benz stehen schlecht da.

Stuttgart - Die Verkehrswende hin zur Klimaneutralität braucht E-Autos auf der einen Seite. Andererseits sind diese kaum nützlich, wenn die Infrastruktur für Ladestationen fehlt. Bislang ist das Ladenetz für E-Autos in Deutschland aber ein Trauerspiel. Hierzulande gibt es nicht nur unabhängige Anbieter, auch die Fahrzeughersteller selbst bieten Ladetarife an.

Wie Ecomento berichtet, hat ein Test von Auto Motor und Sport die Angebote verschiedener Fahrzeughersteller untersucht. Verglichen wurden Ladetarife von Audi, BMW/MINI, Hyundai, Nissan, Polestar, Renault, Stellantis (u. a. Fiat, Opel, Peugeot) und VW. Mit Mercedes-Benz und Porsche waren auch zwei Autobauer aus Stuttgart dabei. Als Grundlage dienten zwei Nutzerprofile: Ein Wenigfahrer und ein Vielfahrer. Das Ergebnis wirft vor allem auf Mercedes-Benz und Porsche kein gutes Licht.

Vergleich von Ladesäulen für E-Autos: Hohe Preisunterschiede unter den Fahrzeugherstellern

Insgesamt seien die Ladetarife für E-Autos „teilweise kompliziert, unflexibel und intransparent“. Der Test prangert vor allem an, dass die Fahrzeughersteller ihren Kunden keinen festen Strompreis garantierten. Der falle nämlich besonders beim Vielfahrer ins Gewicht, im Gegensatz zu den erhobenen Grundgebühren. Letzten Endes konnte der Test bei den Autobauern keine einheitliche Linie feststellen, die Preisunterschiede seien erheblich. Bei BMW, Audi und Hyundai macht es sich laut dem Test zudem negativ bemerkbar, wenn der falsche Tarif gewählt wird - dann zahlt der Fahrer eines E-Autos schnell mehr.

Mercedes-Benz und Porsche stehen bei Vielfahrern äußerst schlecht da. Ebenso wie bei Renault, Stellantis und VW lasse sich eine Endsumme wegen fehlender Preisgarantien gar nicht erst ermitteln. „Da gleicht Laden einem finanziellen Glücksspiel“, heißt es in dem Test.

Tarife der Fahrzeughersteller auch für Wenigfahrer schlecht - und mit versteckten Gebühren

Bei Wenigfahrern sieht es an den Ladestationen der Fahrzeughersteller nicht besser aus. Die Grundgebühren hätten hier mehr Bedeutung als bei Vielfahrern. Der Test kritisiert wieder die mangelnde Übersichtlichkeit der Preise, die bei Mercedes-Benz, Porsche, Renault, Stellantis und VW kaum zu ermitteln waren. Porsche hat mit 179 Euro im Jahr sogar eine Grundgebühr, die der Gesamtrechnung bei Hyundai entspricht.

Der Test warnt zudem vor versteckten Nebenkosten. Audi, BMW, Hyundai, Mercedes-Benz, Polestar, Renault und Stellantis erheben Gebühren, wenn E-Autos die Ladestationen zu lange blockieren. Allerdings ist das eine Maßnahme, die sogar von manchen E-Auto-Fahrern unterstützt wird. Der ADAC hatte unlängst ermittelt, dass Fahrer von E-Autos drastische Strafen für Ladesäulen-Blockierer fordern.

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