Lauterbach im Kreis Rottweil

Wildschwein dringt in Weide ein - Kuh geht bis zum Äußersten, um ihre Kälber zu schützen

Ein Hochlandrind und ein Kalb stehen auf einer Wiese
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Bei Kuh Franzi, die ihre Kälber vor einer Wildsau beschützte, handelt es sich um ein Hochlandrind wie man sie aus den schottischen Highlands kennt. (Symbolbild)
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Der Besitzer eines schottischen Hochlandrinds entdeckte auf seiner Weide im Kreis Rottweil ein totes Wildschwein. Eine seiner Kühe hatte das Tier getötet - um ihre Kälber zu schützen.

  • Bei Lauterbach im Kreis Rottweil machte ein Besitzer von schottischen Hochlandrindern auf seiner Weide eine grausige Entdeckung.
  • Im Gras lag eine tote Wildsau, die von einer der Kühe mit dem Horn aufgespießt wurde.
  • Die Wildsau war den Kälbern der Kuh zu nahe gekommen, was diese als Gefahr wahrnahm.

Lauterbach - Es muss ein blutiger Anblick gewesen sein, als Bodo Binder vom Oberbauerhof bei Lauterbach im Landkreis Rottweil kürzlich nach seinen Kühen sah - und einen ungewöhnlichen Fund machte. Auf der Weide lag eine Wildsau - tot und mit einem Loch im Hals, das - wie er direkt vermutete - von einem der eindrucksvollen Hörner seiner Hochlandrinder stammte.

Wie der Besitzer der Kühe dem Schwarzwälder Boten erzählte, hatte er morgens in seinem Büro gearbeitet, als er Kuh Franzi laut schreien hörte. Bei einer ersten Inspektion habe er jedoch „nichts Besonderes entdeckt. „Ich habe lediglich etwas röcheln gehört“, wird Bodo Binder zitiert.

Lauterbach im Landkreis Rottweil: Kuh beschützt ihre Kälber und spießt Wildsau mit einem ihrer Hörner auf

Wenig später stellte er fest, dass er wohl doch etwas übersehen hatte. Eine ganze Familiengruppe von Wildsäuen, eine sogenannte Rotte, sei auf der Weide gewesen, was ungewöhnlich ist. „Um diese Uhrzeit sieht man normalerweise keine Wildschweine“, erzählte Bodo Binder dem Schwarzwälder Boten vom Verhalten der eigentlich scheuen Tiere. Sogar das Auto des Jägers würden sie kennen, weshalb dieser inzwischen immer an einer anderen Stelle parkt.

An diesem Tag war es jedoch anders, was den Besitzer der Kühe stutzig machte. Als er sich auf der Weide nochmal genauer umsah, entdeckte er die tote Wildsau im Gras liegen. Ein Blick des Jägers auf das etwa 50 Kilogramm schwere Tier brachte Gewissheit über die Herkunft des Lochs in dessen Hals. „Das kam von Franzis Horn“, berichtet Bodo Binder, der zuvor noch dachte, es könnte sich vielleicht um eine Verletzung durch einen Schuss handeln.

Bei der Kuh namens Franzi handelt es sich um ein imposantes Exemplar eines Hochlandrinds, wie man sie mit ihrem langen zotteligen Haar aus den schottischen Highlands kennt. Die Hörner der Tiere können eine beeindruckende Spannweite erzielen - bei den Weibchen sind sie nach oben gebogen.

Das wurde der Wildsau im Kreis Rottweil wohl zum Verhängnis, denn Kuh Franzi spießte das Tier damit auf. Normalerweise sei die Kuh jedoch alles andere als gewalttätig, wie Bodo Binder dem Schwärzwälder Boten mitteilt: „Aber ihre Jungen waren auf der Weide - und diese verteidigt Franzi nun einmal“. Derweil nahm der Jäger die Angelegenheit positiv zur Kenntnis, schließlich ist es sein Job, den Wildschweinbestand vor Ort zu kontrollieren. Das ist jedoch gar nicht so einfach, da sich die Tiere stark vermehren - bei Schäden durch Wildschweine haftet er.

Entsetzliche Entdeckung auf Weide: Wildsau mit Loch im Hals - es stammt vom Horn einer Kuh

Weit größer als durch Wildschweine ist die Gefahr für Weidetiere und ihre Besitzer durch Wölfe, die mittlerweile auch in Baden-Württemberg wieder eine Heimat gefunden haben - bereits zwei Exemplare der Raubtieren haben sich aktuell im Schwarzwald niedergelassen, weshalb Betroffene vor Ort nun finanzielle Unterstützung vom Land bekommen. Auch im Landkreis Schwäbisch Hall wurde kürzlich ein Wolf fotografiert - die Aufnahme gibt jedoch Rätsel auf.

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