Alb-Donau-Kreis

Kriegswaffen-Lager in Baden-Württemberg entdeckt - „Gefahr für internationale Sicherheit“

Mehrere Schusswaffen, sowie Messer und Magazine liegen auf dem Boden ausgebreitet.
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Illegales Waffenlager: In Nellingen fand die Polizei bei einem 35-Jährigen neben Kriegswaffen auch Pistolen, Messer und Drogen.
  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
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Die Polizei hat in Nellingen ein Waffenlager ausgehoben. Ein 35-Jähriger hatte diverse Schusswaffen und Drogen gehortet. Nächtliche Schießübungen verrieten den Mann schließlich.

Nellingen - In Deutschland ist es eigentlich sehr schwer, an eine Schusswaffe zu gelangen - zumindest auf legalem Weg. Für Jäger oder Mitglieder im Schützenverein ist der Erwerb einer Waffe dagegen einfacher. Erst Anfang September hatte ein Hausbesitzer in Stuttgart einen 14-Jährigen mit einer Schusswaffe verfolgt, nachdem der Junge bei ihm Klingelputz gespielt hatte. Der Hausbesitzer durfte die Schusswaffe als Jäger zwar legal besitzen, könnte die Erlaubnis aber aufgrund des Vorfalls verlieren.

Bereits Ende Juni hatte die Polizei in Stuttgart bei einem 17-Jährigen Drogen, Waffen und viel Bargeld gefunden. Der Jugendliche gehörte zu einem Rauschgifthändler, der im großen Stil Drogen verkaufte. In Nellingen, circa eine Stunde von Stuttgart entfernt, hob die Polizei jetzt ein illegales Waffenlager aus.

Zahlreiche vollautomatische Waffen und Drogen: Polizei hebt Waffenlager eines 35-Jährigen aus

Die Polizei hatte die Wohnung eines 35-Jährigen durchsucht und war dabei auf Gewehre, Pistolen, Revolver, Munitionsgurte, Patronen, Schwarzpulver und Bajonette gestoßen. Neben den Waffen fanden die Beamten auch Marihuana bei dem Mann. Die schweren Waffen fallen nach Angaben der Polizei teilweise unter das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle dient das Kriegswaffenkontrollgesetz der „Friedenssicherung und Kriegsverhütung. Es soll friedenstörende Handlungen verhindern, das friedliche Zusammenleben der Völker schützen sowie die Gefahren für den Völkerfrieden und die internationale Sicherheit abwehren.“ Demnach schreibt das Grundgesetz vor, „dass Waffen, die zur Kriegführung bestimmt sind, nur mit Genehmigung der Bundesregierung hergestellt, befördert und in Verkehr gebracht werden dürfen.“

Der 35-jährige Waffennarr hatte sich dabei indirekt selbst verraten. Ein Zeuge hatte nachts im August bei Nellingen Schüsse gehört, welche die Polizei schließlich auf die Spur des Mannes brachten. Neben dem 35-Jährigen soll dort auch ein 27-Jähriger aus dem Kreis Reutlingen mit einem Maschinengewehr geschossen haben. Bei der Wohnungsdurchsuchung des Mannes fanden die Ermittler ein Gewehr, Schreckschusswaffen, Kokain und Marihuana. Laut Angaben des Bundesjustizministeriums kann der Besitz von Kriegswaffen ohne Genehmigung zu einer Freiheitsstrafe zwischen einem und fünf Jahren führen.

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