Kreis Waldshut

Heimliche Videoaufnahmen zeigen Schlachtung, die fassungslos macht

Ausschnitt aus dem Video des Tierschutzvereins Metzger gegen Tiermord e.V..
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Kreis Waldshut: Heimliche Videoaufnahmen zeigen Schlachtung, die fassungslos macht
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Heimlich gefilmte Aufnahmen aus einem Schlachthof im Kreis Waldshut zeigen schreckliche Szenen. Das Veterinäramt handelte sofort - und untersagte weitere Schlachtungen mit sofortiger Wirkung.

Kreis Waldshut - In einem Schlachtbetrieb im Kreis Waldshut spielen sich schockierende Szenen ab. Das geht aus heimlich gefilmten Videoaufnahmen des Vereins „Metzger gegen Tiermord e.V.“ hervor, wie der Schwarzwälder Bote berichtete. Die Aufnahmen aus dem Schlachthof zeigen alarmierende Gemeinsamkeiten zu einem Skandal, der erst vor wenigen Wochen in Baden-Württemberg aufgedeckt wurde.

Ein ebenfalls heimlich gefilmtes Video der SOKO Tierschutz zeigte schockierende Szenen aus dem Schlachthof Gärtringen (Kreis Böblingen). In den Aufnahmen ist unter anderem zu sehen, wie Tiere ohne anständige Betäubung geschlachtet werden. Nach dem Schock-Video schloss das Landratsamt den Betrieb. Im Schlachthof im Kreis Waldshut geschahen nun vergleichbare Misshandlungen.

Laut einer Pressemitteilung wurde dem Verein Metzger gegen Tiermord belastbare Hinweise auf schwere Verfehlungen in dem Schlachtbetrieb im Kreis Waldshut zugespielt. Ein Rechercheteam überwachte nach Angaben des Vereins anschließend drei Wochen lang die Stallungen und das Schlachthaus. Ausschnitte der grausamen Aufnahmen wurden laut Schwarzwälder Bote auch in der RTL-Sendung „SternTV“ gezeigt. Das Veterinäramt im Kreis Waldshut handelte sofort.

Kreis Waldshut: Aufnahmen zeigen grausame Tiermisshandlungen in Schlachtbetrieb

Die heimlich gefilmten Aufnahmen aus dem Schlachtbetrieb im Kreis Waldshut zeigen, wie ein Mitarbeiter mit einem Gewehr auf Rinder schießt. Zwei der insgesamt drei Tiere bleiben nach dem ersten Schuss auf den Beinen stehen. Laut dem Tierschutzverein gehen die Misshandlungen jedoch noch deutlich weiter.

So seien etwa starke Abwehrreaktionen der Tiere während der Schlachtung zu erkennen, was laut dem Verein auf eine fehlerhafte Betäubung schließen lässt. Mastschweine wehren sich gegen den Einsatz einer Stromzange, Ferkel kämpfen mangelhaft betäubt um ihr Leben. Dabei ist die Haltung in Mastbetrieben für die Schweine sowieso besonders qualvoll. Daneben sei auch zu sehen, wie Hühnern ohne vorherige Betäubung der Kopf mit einem Beil abgeschlagen und Puten bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten wird.

Laut der Pressemitteilung des Vereins Metzger gegen Tiermord bezeichnet sich der Schlachtbetrieb im Kreis Waldshut selbst als „Metzger des Vertrauens“ und wirbt mit Fleisch vom eigenen Bauernhof, das auch vor Ort vermarktet wird. Laut dem Verein wurde direkt nach Bekanntwerden der grausamen Zustände Strafanzeige bei den zuständigen Behörden gestellt.

Nach schockierenden Aufnahmen im Kreis Waldshut: Behörden reagieren sofort

Das Landratsamt im Kreis Waldshut bestätigte die gravierenden Verstöße in einer Mitteilung. Demnach sei schnell ermittelt worden, um welchen Betrieb es sich handelte. Am 10. Oktober kontrollierte das Veterinäramt in Begleitung von zuständigen Fachleuten des Regierungspräsidiums Freiburg und Beamten der Polizei den Betrieb.

Dabei sei ein Kleinkalibergewehr sichergestellt worden, berichtet das Amt in der Mitteilung. Dem Besitzer sei die Schlachtung mit sofortiger Wirkung untersagt worden. Außerdem sei ein Tierhaltungs- und Betreuungsverbot und die sofortige Beseitigung der vorgefundenen Mängel angeordnet worden.

Das Veterinäramt kontrollierte die Aufnahmen aus dem Schlachtbetrieb im Kreis Waldshut und erließ am 12. Oktober eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Diese nahm die Ermittlungen auf. Laut der Mitteilung des Landratsamtes seien in den letzten Jahren regelmäßige und unangekündigte Kontrollen in dem Betrieb durchgeführt worden. Bislang habe es keine Anhaltspunkte für gravierende Mängel bei der Schlachtung oder Haltung der Tiere gegeben.

Anders verhielt es sich bei dem Schlachthof Gärtringen, gegen den bereits vor Bekanntwerden der Misshandlungen die Zahlung von Zwangsgeld verordnet wurde. Das Ministerium soll die Sanktionen gegen den Schlachtbetrieb jedoch gestoppt haben.

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