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Erneut treibt sich ein Wolf im Alb-Donau-Kreis herum – „dem möchte ich nicht in meinem Wald begegnen“

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Von: Julia Hawener

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Ein Wolf streift durch ein Gehege.
Ein Foto eines Wolfes entstand bei Altheim/Alb im Alb-Donau-Kreis. (Symbolbild) © dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Eine Aufnahme einer Wildtierkamera zeigt laut Experten eindeutig: Erneut ist ein Wolf durch den Alb-Donau-Kreis gestreift. Diesmal tappte ein Tier in Altheim in eine Fotofalle.

Altheim – Bereits seit geraumer Zeit werden immer wieder Wölfe in unterschiedlichen Regionen Deutschlands gesichtet. Auch in einigen Landkreisen in Baden-Württemberg ist das scheue Raubtier bereits häufiger nachgewiesen worden. Manchmal hinterlassen die Tiere eine Blutspur, indem sie Schafherden, Hühner sowie Nutztiere reißen. So wie etwa im Frühjahr im Alb-Donau-Kreis, als ein Wolf in mindestens zwei Fällen in Ehingen und Illerrieden zwei Tiere getötet hat. Und nun bestätigte ein Foto: Es treibt sich erneut ein Exemplar des Raubtiers in besagtem Landkreis herum.

In bestimmten baden-württembergischen Regionen sind Wölfe längst keine Seltenheit mehr. Drei sesshafte Wölfe sind etwa im Schwarzwald bekannt. Auch in den Kreisen Heilbronn und Reutlingen wurden bereits Wölfe gesichtet. Zu diesen Regionen hat sich erst vor einigen Wochen ein weiterer Landkreis dazugesellt. Zum ersten Mal gab es Mitte November im Zollernalbkreis eine gesicherte Wolfssichtung. Das Raubtier war in den Wäldern von Burladingen in eine Fotofalle getappt. Durch eine solche Falle sind Experten vergangenen Sonntag auch auf den Wolf im Alb-Donau-Kreis aufmerksam geworden.

Wolf erneut im Alb-Donau-Kreis gesichtet – Raubtier tappt in Fotofalle

Das Foto des Wolfes entstand bei Altheim. Die Aufnahme ist für die Fachleute der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA) ein sicherer Nachweis dafür, dass ein Wolf im Alb-Donau-Kreis unterwegs ist – oder zumindest erst kürzlich war. Denn ob sich der gesichtete Wolf derzeit noch im Landkreis aufhält oder schon weitergezogen ist, ist noch unklar. Die Aufnahme alleine genügt zudem auch nicht für weitere Informationen über das Tier wie Geschlecht, Alter oder Herkunft des Tieres. Dazu wäre genetisches Material nötig, etwa Kot oder Abstriche getöteter Tiere. Gerade die Gefahr für Haus- oder Nutztiere, die von den wildlebenden Wölfen ausgeht, sorgt besonders bei Jägern, Tierhaltern und Wanderern für Ängste und Vorbehalte.

Vor einiger Zeit wurden deshalb die „Fördergebiete Wolfsprävention“ in Baden-Württemberg eingerichtet. Allerdings bisher nur im Schwarzwald und im Odenwald, da es dort sesshafte Wölfe gibt. Der Alb-Donau-Kreis profitiert davon demnach nicht. Innerhalb dieser Gebiete unterstützt das Land Tierhalter finanziell, etwa bei der Anschaffung und dem Unterhalt von Herdenschutzhunden oder „wolfsabweisenden Zäunen“.

„Die müssen weg, bevor noch was passiert“: Einige Nutzer fürchten sich vor den Wölfen

Nachdem der Wolf in Deutschland 150 Jahre als ausgerottet gegolten hatte, kehrte er vor gut 20 Jahren zurück und breitet sich seitdem erfolgreich aus. Und das ist nicht nur einigen Tierhaltern in der Region ein Dorn im Auge, wie Kommentare aus dem Netz zeigen. „Schlimm, viel zu lange gezögert, die müssen weg, bevor noch was passiert“, schreibt etwa ein offenbar beängstigter Nutzer. Ähnlich geht es auch einem anderen User: „Ich hoffe, der Jäger findet ihn, bevor er sich vermehrt. Diesem Raubtier möchte ich nicht in meinem Wald begegnen“, kommentiert er auf Facebook. Angriffe gesunder Wölfe gegen Menschen gab es laut dem Bundesumweltministerium in der Vergangenheit jedoch nur sehr selten. Meist seien Tollwut, Provokation oder Futterkonditionierung Auslöser für Wolfsangriffe.

Das Netz ist sichtlich gespalten, wenn es um die Ausbreitung des Wolfes im Land geht. Während einige sich fürchten, sind viele auch sehr froh, dass das Raubtier sich seinen ursprünglichen Lebensraum zurückholt. „Ich habe keine Angst. Die Wölfe sind hier genauso zu Hause wie wir“, schreibt eine Userin. „Lasst ihn leben, er war vor uns hier“, kommentiert ein anderer. Dass Wölfe jedoch „keine Kuscheltiere“ sind, betont etwa das Landesministerium Niedersachsens und gibt Tipps, wie man sich verhalten sollte, wenn man beim Spazierengehen im Wald auf das Raubtier trifft.

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