Erst wenige Tage alt

Erschütternder Fund: Acht Fuchswelpen unter Plastikplane ausgesetzt - dem Hungertod überlassen

Die acht Fuchswelpen liegen eng beisammen unter einer Plastikplane.
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Feldarbeiter fanden die kleinen Fuchswelpen unter einer Plastikplane, die mit Steinen beschwert war.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Feldarbeiter fanden acht Fuchswelpen unter einer Plastikplane, die mit Steinen beschwert war. Die Polizei ermittelt wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz.

Herbolzheim - In Baden-Württemberg gibt es immer häufiger Sichtungen von seltenen Gästen. Damit sind nicht Außerirdische gemeint, sondern ausgerottete Tierarten wie Schakale, Wölfe und Luchse (BW24* berichtete), die immer mehr in den Südwesten zurückkehren. Die deutlich kleineren Füchse sind jedoch seit jeher in den schwäbischen Wäldern beheimatet. Beispielsweise sind die roten Raubtiere, die zur Familie der Hunde gehören, sogar in den Parks der Landeshauptstadt Stuttgart* keine Seltenheit. Wohler fühlen sie sich allerdings eher in den großen Wäldern wie dem Schwarzwald, da die Füchse meistens sehr schüchtern sind und sich den Menschen eher selten zeigen.

Bereits am 10. März entdeckten Feldarbeiter auf einem Feld zwischen Herbolzheim und Ringsheim (Kreis Emmendingen) acht kleine Füchse unter einer Plastikplane, die offenbar von Menschenhand mit Steinen beschwert war, wie die zuständige Polizei Freiburg am Montag berichtete. Zunächst wurden die Jungtiere für Hundewelpen gehalten, es stellte sich jedoch heraus, dass es sich um Fuchswelpen handelte. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf und sucht nach Zeugen.

Kreis Emmendingen: Fuchswelpen - nur wenige Tage alt und ihrem Schicksal überlassen

Die Füchse gelten allgemein als sehr intelligente Tiere. Nicht umsonst heißt eine der bekanntesten Metaphern in der deutschen Sprache „du bist schlau wie ein Fuchs“. Gegen die Grausamkeit der Menschen können jedoch auch schlaue Tiere meistens nichts ausrichten - und sehr junge Tiere haben noch weniger Chancen. Die Welpen, die im Kreis Emmendingen entdeckt würden, seien nur wenige Tage alt gewesen, heißt es im Polizeibericht. Bei der Entdeckung waren zwei der kleinen Tiere bereits verstorben.

Die Polizei geht derzeit davon aus, dass ein noch unbekannter Täter die Fuchswelpen aus dem Bau geholt und absichtlich unter die Plane gelegt hatte. Die kleinen Tiere sollten dort wohl ihrem Schicksal überlassen werden. Durch die Entdeckung der Feldarbeiter konnte das hinzugezogene Veterinäramt beim Tierheim Emmendingen schnell eine Unterbringung der Tiere organisieren. Währenddessen stellte sich bei einer rechtsmedizinischen Untersuchung heraus, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach tatsächlich um sehr junge Füchse handelte.

Fuchswelpen: Absichtlich zum Verhungern zurückgelassen - Polizei ermittelt und sucht Zeugen

Aus dem Polizeibericht geht hervor, dass in der Zwischenzeit drei weitere der Fuchswelpen verstorben sind. Wie lange die Jungtiere unter der Plastikplane ausharren mussten, ist jedoch nicht bekannt. Inzwischen wurden die überlebenden Füchse an die Wildtierhilfe in Karlsruhe übergeben. Die Fachdienststelle Gewerbe und Umwelt des zuständigen Polizeipräsidiums Freiburg hat die Ermittlungen aufgenommen. Dem noch unbekannten Täter wird sowohl ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz als auch Jagdwilderei vorgeworfen. Zeugen, die zur Auflösung des Falles beitragen können, werden gebeten, sich unter der Nummer 07641-5820 beim Polizeirevier Emmendingen zu melden.

Die geretteten Fuchswelpen sind inzwischen bei der Wildtierhilfe in Karlsruhe untergekommen (Symbolbild).

Zu Beginn des Monats fürchteten Tierfreunde um das Leben eines seltenen Goldschakals*. Das Tier war im baden-württembergischen Rastatt in eine Fotofalle getappt. Während sich im Netz viele Nutzer über die Aufnahme des seltenen Tieres freuten, befürchteten einige, der Goldschakal könne von Jägern erschossen werden. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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