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Krankenkasse: Immer mehr ältere Arbeitnehmer im Südwesten

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Logo der Techniker Krankenkasse
Das Logo am Hauptsitz der Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg. © Ulrich Perrey/dpa/Archivbild

Beim Thema Fachkräftemangel funken viele Betriebe SOS. Mit dem absehbaren Ausscheiden der Babyboomer wird sich die Personalnot verstärken. Können ältere Arbeitnehmer die Lücken schließen?

Stuttgart (da/lsw) - Im Südwesten arbeiten nach einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) immer mehr Menschen im Rentenalter. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die das 65. Lebensjahr erreicht oder überschritten haben, stieg im vergangenen Jahr um rund neun Prozent auf 63 400, wie die TK unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit mitteilte.

TK-Landeschefin Nadia Mussa sagte: «Die Altersstruktur in den Belegschaften ändert sich langsam aber stetig. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der Arbeitnehmer ab 65 Jahren um 66 Prozent vergrößert.» Die Wirtschaft begrüßt diesen Trend. «Wir freuen uns über jede Fachkraft, die weiter arbeiten will», heißt es bei der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart (IHK). Es müssten Anreize gesetzt werden, dass Menschen länger im Beruf blieben.

Der demografische Wandel führe dazu, dass die Belegschaften deutlich älter würden. So berechnet der IHK-Fachkräftemonitor einen Anstieg des Durchschnittsalters von 45,2 im Jahr 2021 auf 49 Jahre im Jahr 2035. Dann werden der Wirtschaft in Baden-Württemberg demnach 863 000 Fachkräfte fehlen. Fast jede vierte Stelle werde unbesetzt bleiben, prognostiziert die IHK.

Einer TK-Studie zufolge sind ältere Mitarbeiter den Anforderungen des Berufslebens gewachsen. Sie sähen sich genauso wie die jüngeren Kollegen in der Lage, beim Arbeitstempo mitzuhalten. Die langjährige Berufserfahrung sei für die Unternehmen von Vorteil: Nur fünf Prozent der Menschen über 60 lassen sich durch ungenaue Anweisungen und Vorgaben aus der Ruhe bringen. Bei den jüngeren Beschäftigten seien es 20 Prozent.

Bedenklich ist aus Sicht der TK, dass Ältere oft Probleme haben, ihren Platz im Team zu finden. Fast jeder zweite Berufstätige ab 60 beklage einen zu geringen Handlungsspielraum. Bei den Jüngeren liege diese Quote unter 30 Prozent. Daraus entstünden Probleme mit den Vorgesetzten, unter denen 27 Prozent der älteren Beschäftigten litten, aber nur 15 Prozent der jüngeren Kollegen.

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