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„Macht Frauen das Leben leichter“: Kostenlose Tampons und Binden an Uni in Baden-Württemberg

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Von: Julia Hawener

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Damenbinden und Tampons liegen in einer Toilette.
In einigen Kommunen in Baden-Württemberg gibt es bereits gratis Damenbinden und Tampons. Ab Januar wird das auch an der Uni Heidelberg der Fall sein. © dpa/Martin Schutt

In zehn Toiletten der Universität Heidelberg stehen ab Januar Spender mit Menstruationsartikeln. An diesen können sich Studierende gratis Tampons und Binden holen.

Heidelberg – Es betrifft Milliarden von Menschen und trotzdem ist das Thema noch immer mit viel Scham behaftet: die Periode. Umso unangenehmer kann es für menstruierende Menschen sein, wenn die Regelblutung plötzlich einsetzt, man aber keine Hygieneprodukte zur Hand hat. Zudem kosten Binden und Tampons viel Geld. Rund 500 Euro im Jahr geben Frauen laut Umfragen für Periodenprodukte aus. Einen Missstand, den bereits manche Kommunen in Baden-Württemberg erkannt haben. So liegen in einigen Schulen, Jugendzentren und öffentlichen Toiletten im Land Binden und Tampons aus, an denen man sich kostenfrei und völlig diskret bedienen kann. Ein Angebot, dass es ab kommendem Jahr auch an der Universität in Heidelberg geben soll.

In insgesamt zehn Toiletten der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg sollen ab Januar Spender mit gratis Binden und Tampons stehen, wie der Mannheimer Morgern berichtet. Erst einmal jedoch nur für ein halbes Jahr, denn so lange läuft die Pilotphase des Projekts der Initiative Periodic Deutschland, die von fünf Heidelberger Studierenden gegründet wurde. Während dieser Zeit soll etwa durch Umfragen festgestellt werden, wie groß der Bedarf nach den Periodenprodukten tatsächlich ist und ob es Verbesserungsvorschläge gibt. Finanziert wurden die Spender mit Mitteln des Studienrats der Universität.

Kostenlose Tampons und Binden an der Universität Heidelberg

Im Jahr 2015 lief die Musikerin Kiran Gandhi ohne Tampon den London-Marathon, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt ihre Periode hatte. Sie wollte das Schweigen um das seit Jahrhunderten schambehaftete Thema brechen und darauf aufmerksam machen, dass es Frauen gibt, die sich Periodenprodukte schlicht nicht leisten können und dadurch nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Tatsächlich ist die sogenannte Periodenarmut in vielen Ländern ein Problem. Das sieht auch die Initiative der Heidelberger Studierenden so.

„An dem Projekt arbeiten wir seit Mai und freuen uns, dass wir nun einen Beitrag zur Entstigmatisierung rund um die Menstruation leisten und gleichberechtigte, barrierefreie Teilhabe am universitären Leben fördern können“, sagt Constantin Thierfelder, Gründungsmitglied von Periodic Deutschland, gegenüber dem Mannheimer Morgen.

Die Initiative an der Uni Heidelberg „macht Frauen das Leben leichter“

Zahlreiche User im Netz sind begeistert von dem Projekt der Initiative. „Gute Sache. Jede, absolut jede Frau kennt die Situation, unvermutet ein Tampon oder eine Binde zu brauchen und keine/s zur Hand zu haben. Diese Initiative macht Frauen das Leben leichter, danke dafür“, schreibt etwa eine Nutzerin auf Facebook. „Na endlich. Hätten Männer die Periode wären die Produkte schon längst frei zugänglich“, sagt eine andere. Doch die kostenfreien Periodenprodukte lösen hin und wieder auch Debatten aus. So gab es etwa vor einigen Monaten in Stuttgart Aufruhr, weil im Rathaus und in den Bürgerbüros Tampons auch auf der Herrentoilette auslagen.

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