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Baden-Württemberg: In diesen Städten findet ihr jetzt kostenlose Tampons und Binden

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Von: Sina Alonso Garcia

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Kostenlose Tampons und Binden
Im Notfall immer willkommen: Damenbinden und Tampons liegen in einer Toilette. © Martin Schutt/dpa/Symbolbild

Unterwegs seine Periode zu bekommen, kann sehr unangenehm sein. Denn nicht immer hat man Tampons oder Binden dabei. Kostenlose Angebote im Südwesten schaffen Abhilfe.

Stuttgart - Wenn Frauen unterwegs ihre Periode bekommen, kann das schnell ziemlich unangenehm werden. Nicht immer hat man Tampons und Binden direkt zur Hand. Ein weiteres Problem: Menstruationsprodukte sind nicht gerade günstig und können mit hohen Summen zu Buche schlagen. Rund 500 Euro im Jahr geben Frauen laut Umfragen für Periodenprodukte aus. Einige Kommunen in Baden-Württemberg haben den Missstand erkannt und bieten kostenlose Binden und Tampons an. BW24 verrät, in welchen Städten ihr fündig werdet.

Karlsruhe: Im Rahmen eines Pilotprojekts stellt die Stadt Karlsruhe ab September einem Gymnasium, einem städtischen Amt sowie allen Jugendhäusern ein Jahr lang Menstruationsprodukte gratis zur Verfügung. Danach soll das Projekt evaluiert werden.

Heidelberg: Einen Tampon-Automat „für den Notfall“ hat der Stadtjugendring in Heidelberg bereits Anfang des Jahres in seinem Haus am Harbigweg aufgestellt. Nun zieht auch die Stadt nach und bietet ab Anfang September an vier Standorten kostenlose Menstruationsartikel in Holzkistchen an. Zur Verfügung stehen diese im Rathaus, im Bürgeramt Mitte, in einer Gemeinschaftsschule und in einem Kulturzentrum. Das Projekt ist zunächst auf ein Jahr befristet und soll die Stadt rund 20.000 Euro kosten. Eine Evaluation soll später nähere Erkenntnisse bringen.

Tübingen: Auch in Tübingen gibt es bereits seit Anfang des Jahres insgesamt 23 Binden- und Tampon-Spender an Schulen, in öffentlichen Gebäuden sowie in öffentlichen Toiletten. Unter anderem werden die Menstruationsprodukte im Rathaus, in der Stadtbücherei, im Stadtmuseum und am Hölderlinturm angeboten. Kostenpunkt für die Stadt Tübingen: Rund 10.000 Euro.

Freiburg: Nach einem längeren Hin und Her im Gemeinderat hat man sich in Freiburg darauf geeinigt, ab Oktober kostenlose Tampons und Binden in der Stadt auszulegen. Auch hier sollen die Menstruationsartikel im Rahmen eines Pilotversuchs ein Jahr lang in der Max-Weber-Schule, im Innenstadtrathaus, in der öffentlichen Toilette am Karlsplatz und im Jugendtreff Schwarzwaldstraße 197 kostenfrei bereitgestellt werden. Ob die Maßnahme danach weiterläuft, soll dann anhand einer Auswertung im Anschluss an das Projekt beschlossen werden.

Periodenarmut

Rund 20.000 Euro gibt eine Frau in ihrem Leben durchschnittlich für die Menstruation aus. Längst nicht alle können sich das leisten. Laut Angaben der Universität Stuttgart leiden allein sieben Prozent der in Deutschland studierenden Frauen unter Periodenarmut. Weltweit ist „Period Poverty“ ein weit verbreitetes und nicht zu unterschätzendes Problem.

Stuttgart: Auch in der Landeshauptstadt Stuttgart beschäftigt man sich mit der Frage, wie man Frauen, die unter Periodenarmut leiden, entlasten kann. An der Universität Stuttgart startet deshalb am 1. November eine sechsmonatige Pilotphase, in der sowohl auf dem Campus Vaihingen als auch auf dem Campus Stadtmitte kostenlose Menstruationsprodukte angeboten werden. Die Finanzierung übernimmt zunächst die Studierendenvertretung (stuvus). „Nach einer erfolgreichen Pilotphase wollen wir das Projekt gerne auf alle Toiletten ausweiten“, so die Studierendenvertretung.

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