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Korruptionsprozess um Ex-Richter, Ex-Polizist und Autohändler

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Symbolbild Gericht.
Nach weit über einem Jahr coronabedingter Verzögerung beginnt am Dienstag ein Korruptionsprozess gegen einen früheren Richter, einen Ex-Polizisten und einen Autohändler.  © Uli Deck/dpa

Ein ehemaliger Richter, ein Ex-Kommissar und ein Autohändler schanzen sich angeblich Vorteile zu. Jetzt stehen sie wegen Korruption vor Gericht.

Karlsruhe (dpa) - Nach weit über einem Jahr coronabedingter Verzögerung beginnt am Dienstag (9.15 Uhr) ein Korruptionsprozess gegen einen früheren Richter, einen Ex-Polizisten und einen Autohändler. Angeklagt sind sie unter anderem wegen Bestechlichkeit und versuchten Betrugs. Außerdem geht es um Vorwürfe der Rechtsbeugung und der Verletzung von Dienstgeheimnissen.

Das Trio soll sich gegenseitig Vorteile zugeschanzt haben: Der seit Ende 2018 vorläufig suspendierte Amtsrichter etwa wurde laut Anklage beispielsweise unter der Hand vom Autohändler dafür bezahlt, dass er sich in dessen Unternehmen jahrelang um Mahnungen und Rechtsstreitigkeiten kümmerte. Auch Autos habe er kostenlos dafür fahren dürfen.

Außerdem habe der Richter regelmäßig Angeklagte dazu verdonnert, Geldstrafen an einen bestimmten Sportverein zu zahlen. Dorthin flossen zwischen 2012 und 2017 rund 150 000 Euro, so die Staatsanwaltschaft. Das Pikante daran: Der Verwaltungsvorstand des Vereins war der inzwischen pensionierte Polizist. Er soll den Richter zum Dank für die Zuwendungen immer wieder zum Essen eingeladen haben und steht nun ebenfalls vor Gericht. Bis 27. Juli sind zunächst 13 Verhandlungstage angesetzt. (Az.: 4 KLs 730 Js 21302/17)

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