Baden-Württemberg

Kommunen sollen Ukraine-Flüchtlingen und ihren Tieren helfen - „oft alles, was aus der Heimat bleibt“

Eine geflüchtete Frau aus der Ukraine hält in Rumänien einen Hund im Arm. Viele Flüchtlinge sind in Begleitung ihrer Haustiere.
+
Viele Flüchtlinge sind in Begleitung ihrer Haustiere. Oft landen diese zunächst in Tierheimen.

Manche Menschen flüchten mit ihrem Haustier vor dem Krieg in der Ukraine - doch in baden-württembergischen Notunterkünften können sie nicht immer zusammenbleiben. Das muss sich ändern, fordert die oberste Tierschützerin des Landes.

Stuttgart (dpa/lsw) - Auf der Flucht aus ihrer vom Krieg zerstörten oder durch Angriffe bedrohten ukrainischen Heimat haben viele Menschen auch ihre Tiere mit dabei. Deutschland hat wie andere europäische Länder zwar die Einreisebedingungen für die tierischen Begleiter gelockert - in den Notunterkünften werden sie aber allenfalls geduldet. Wenn nicht, müssen sie zunächst ins Tierheim umziehen. In Baden-Württemberg werden daher Pflegestellen für die Tiere aus der Ukraine gesucht.

Fluchtunterkünfte müssten deshalb von den Kommunen so ausgestattet werden, dass zumindest verträgliche Haustiere mit überprüftem Gesundheitsstatus bei ihren Besitzern bleiben dürfen, fordert die baden-württembergische Landestierschutzbeauftragte Julia Stubenbord.

Tiere dürfen nicht mit in Asylunterkünfte - Tierheime belegt

«Die Geflüchteten haben durch den Krieg teilweise traumatische Erfahrungen gemacht und alles verloren», sagte Stubenbord am Donnerstag. «Die Haustiere sind oft alles, was ihnen noch aus der Heimat bleibt.» Sie gehörten für die meisten ebenso zur Familie und seien eine wichtige Stütze. Tierheime seien allerdings für die Tiere eine fremde Umgebung. Viele Heime suchten auch nach Zimmern oder Wohnungen für ukrainische Geflüchtete mit ihren Tieren, darunter die Tierheime in Karlsruhe und Heidelberg.

Der Landestierschutzverband in Baden-Württemberg bemängelt zudem, es gebe regional unterschiedliche Aufnahmekapazitäten in den Tierheimen. Zum Teil sei bereits jetzt kein Platz mehr und die Quarantänestationen seien ebenfalls oft belegt.

Das Gut Aiderbichl in Österreich hat nach einer dramatischen Rettung einer ukrainischen Familie und ihren Tieren ein neues Zuhause gegeben. 35 Hunde und 8 Katzen sind nun endlich in Sicherheit.

Kommentare