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„Von den Toten lernen“: Echte Körper Ausstellung kommt nach Bietigheim-Bissingen und Rastatt

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Von: Sina Alonso Garcia

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Echte Körper Ausstellung Exponat
In der Ausstellung „Echte Körper“ lernen Besucher alles rund um die Anatomie des menschlichen Körpers. © Echte Körper Ausstellung

Die Ausstellung „Echte Körper“ gastiert am 11. und 12. Juni in Bietigheim-Bissingen und am folgenden Wochenende in Rastatt. Besucher erhalten Einblick in 200 konservierte menschliche Körper.

Bietigheim-Bissingen/Rastatt - Von der Ausstellung „Körperwelten“ hat vermutlich jeder schon einmal gehört. Bereits seit 1995 zieht die umstrittene Wanderausstellung mit konservierten menschlichen Körpern durch große Städte in ganz Deutschland und war auch in Stuttgart schon zu Besuch. Ein ähnliches Konzept verfolgt die Ausstellung „Echte Körper“, die seit rund sieben Jahren durch die Bundesrepublik wandert. „Während Körperwelten eher auf Kunst basiert, liegt bei uns der Fokus auf dem medizinischen Aspekt“, erklärt Alicia Spindler vom „Echte Körper“-Team im Gespräch mit BW24. Ein weiterer Unterschied zu Körperwelten: Die Ausstellung macht auch Halt in kleineren Städten. Am kommenden Wochenende, 11. und 12. Juni, gastiert „Echte Körper“ in Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg). Von jeweils 11 bis 18 Uhr sind die 200 Exponate im Kronenzentrum zu bestaunen. Am darauffolgenden Wochenende (17. bis 19. Juni) kommt die Ausstellung dann nach Rastatt in den Bürgersaal.

Im Rahmen der Ausstellung haben Besucher die Möglichkeit, über die Exponate spannende Einblicke in den menschlichen Körper zu erhalten - von Föten über Skelette und Gliedmaßen bis zu Organen. Funktionssimulatoren und Testmodelle vermitteln hilfreiche Hintergrundinformationen. „Es gibt zum Beispiel auch eine Schweine-Lunge, mithilfe derer demonstriert wird, wie sich eine Raucher-Lunge von einer normalen Lunge unterscheidet“, so Spindler. „Man kann die beiden verschiedenen Lungen aufpumpen und simuliert dadurch ein Ein- und Ausatmen.“ Die Lungen-Demonstration hinterlässt bei Besuchern offenbar einen nachhaltigen Eindruck: „Der ein oder andere Raucher, der das sieht, sagt sich danach: Ich überlege es mir nochmal.“

Echte Körper Ausstellung: Können auch Kinder teilnehmen?

Bei der Ausstellung sei „für jeden etwas dabei“, sagt Spindler. In der Regel hätten sie viele Schüler und Studenten zu Besuch. „Aber auch für Menschen aus dem Bereich Physiotherapie oder Pflegeberufe ist die Ausstellung erfahrungsgemäß interessant.“ Häufiger werde sie gefragt, ob die Schau auch etwas für Kinder sei. „Unsererseits gibt es keine Altersbeschränkung“, betont Spindler. „Es gab mal einen Siebenjährigen, dessen Eltern bei uns angerufen haben und gesagt haben: Er möchte unbedingt zur Ausstellung. Als der Junge dann tatsächlich da war, war er begeistert - und sagte, er wolle später Medizin studieren.“

Unumstritten ist die Präsentation der toten Körper nicht: „Es kommen auch Menschen zu uns, die sagen: Lassen Sie doch die Toten ruhen!“ Dabei passiere alles im Einverständnis mit den Menschen, die schon zu Lebzeiten einwilligen, dass sie ihren Körper nach dem Tod für diesen Zweck zur Verfügung stellen möchten. „Andererseits gibt es auch Leute, die während der Ausstellung auf uns zukommen und fragen, wie sie ebenfalls ihren Körper nach dem Tod spenden können.“ Noch sei der Bedarf jedoch gut gedeckt. „Die Ausstellungsstücke halten ewig, so viele neue Körper braucht man da nicht“, so Spindler.

Echte Körper Ausstellung

Bietigheim-Bissingen: Öffnungszeiten am Samstag, 11. Juni, und Sonntag, 12. Juni von jeweils 11 bis 18 Uhr, Kronenzentrum.

Rastatt: Öffnungszeiten am Freitag, 17. Juni, Samstag, 18. Juni und Sonntag, 19. Juni, von jeweils 11 bis 18 Uhr.

Tickets nur an der Ausstellungskasse vor Ort erhältlich. Es werden keine Führungen angeboten. Weitere Infos unter www.echtekoerperausstellung.de.

Eintrittspreise: Erwachsene 15 Euro, Schüler und Auszubildende 10 Euro, Kinder bis sechs Jahre 5 Euro.

Wer die Ausstellung besuchen möchte, sollte laut Schindler rund eine Stunde Zeit mitbringen. „Natürlich gibt es auch Menschen, die kürzer oder länger brauchen - manche haben 20 Minuten, andere drei Stunden in der Ausstellung verbracht.“ Es komme ganz darauf an, wie viele Infotafeln man lesen und wie viele Hintergrundwissen man sich während des Besuchs aneignen wolle.

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