Kite zieht Konsequenzen

Erzieherin in Waldorf-Kindergarten ohrfeigt Kind - und wird gekündigt

Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren: Der Trotzanfall eines Kleinkindes dauert in der Regel rund vier bis fünf Minuten. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn
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Eine Erzieherin ohrfeigte ein Kindergartenkind (Symbolbild).
  • Berkan Cakir
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Balingen-Frommern - Wie Kinder erzogen werden sollten - darüber gibt es heute zig verschiedene Meinungen von Pädagogen, Erziehern und Eltern. Einig sind sich alle allerdings wohl in einem Punkt: Ein Kind zu schlagen ist tabu. Immer wieder kommt es im Alltag doch dazu, wenn erwachsene Menschen ihre Fassung verlieren. Das kann mitunter böse enden, wie für die 11-Jährige, die von Männern in Heidelberg krankenhausreif geprügelt wurde.

Gewalt muss aber nicht gleich Handgreiflichkeit bedeuten. Auch ein abwertender, aggressiver Tonfall gegenüber Kindern kann Schaden verursachen sein. Dabei reicht allein ein hysterischer Hinweis auf den Mindestabstand an der Supermarktkasse, wenn man sich im Ton vergreift.

Viele Gespräche wurden bereits mit den Beteiligten geführt

Aber auch den Menschen, die sich im Umgang mit Kindern bestens auskennen sollten, passiert es, dass sie handgreiflich werden. Wie es zu der Situation in einem Waldorf-Kindergarten in Balingen-Frommern kam, ist bisher nicht bekannt. Fest steht: Eine Erzieherin soll in der vergangenen Woche ein Kind geohrfeigt haben. Wie der Geschäftsführer der Waldorfschule Zollernalb, Christian Hartmann, gegenüber dem Schwarzwälder Bote bestätigte, soll die Frau die Einrichtung inzwischen verlassen haben.

Die Aufarbeitung des Falls laufe derzeit noch. Die Eltern des Kindes seien bereits informiert worden. In den vergangenen Tagen seien mit den Beteiligten und dem Kindergartenkollegium viele Gespräche geführt worden. „Dadurch konnte schlussendlich eine Entscheidung durch Kindergartenleitung, Geschäftsführung und Vorstand getroffen werden“, sagt Christian Hartmann.

Außerdem gingen noch zwei weitere Erzieherinnen, aber aus anderen Gründen

Auch in den kommenden Wochen werde es zudem noch weitere Gespräche geben, um genau zu klären, wie es dazu kam und um solche Vorkommnisse künftig zu vermeiden, so der Geschäftsführer.

Wie der Schwarzwälder Bote berichtet, soll es nicht die einzige Erzieherin sein, die die Einrichtung verließ. Daneben kündigten zwei weitere Erzieherinnen, für die nun Nachfolger gesucht werden müssen. Allerdings handle es sich dabei um „persönliche Gründe“, wie Christian Hartmann betont.

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