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Krieg in der Ukraine: Flüchtlinge kommen in BW an – „so mancher Kommentar ist grausam“

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Von: Jason Blaschke

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Immer mehr Menschen aus der Ukraine fliehen vor der Zerstörung. In Freiburg soll am Freitag, 25. Februar, ein Bus mit evakuierten Kindern ankommen.

Freiburg – Die Kämpfe in der Ukraine nehmen Berichten von tz.de* zufolge immer mehr zu. Mit Stand vom 25. Februar 2022 werden aus fast allen Landesteilen Explosionen, Militärbewegungen und Raketeneinschläge gemeldet. Infolgedessen versuchen mittlerweile mehr als 100.000 Menschen, die Ukraine zu verlassen. Maia Sandu – die Präsidentin der Republik Moldau – twitterte, dass allein am Donnerstag mehr als 4.000 Menschen über die Grenze gekommen seien.

Doch auch Polen und die Slowakei stellen sich auf weitere Flüchtlinge ein, die die Grenzen in die Europäische Union überqueren werden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hofft, dass es so wenige Flüchtlinge wie möglich geben wird. Aber: „Wir sind voll und ganz auf sie vorbereitet und sie sind willkommen.“ Doch nicht bloß die Länder nahe der ukrainischen Grenze sind akut mit Flüchtlingen konfrontiert – auch in Deutschland und speziell in Baden-Württemberg kommen die ersten Menschen an.

Krieg in der Ukraine: Rund 170 Kinder und Jugendliche kommen bald in Baden-Württemberg an

Im Großraum Freiburg werden in der Nacht auf Samstag Busse mit 200 Kindern samt Betreuern erwartet, die aus einem Kinderheim in Kiew evakuiert werden mussten. Derya Türk-Nachbaur (SPD) vom Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe bittet auf Twitter um Hilfe: „Wer kann Notunterkünfte in und um FR anbieten?“ Binnen weniger Minuten wurde ihr Tweet über 1.000 Mal geteilt. Schon am Freitagnachmittag teilte Türk-Nachbaur mit, dass der Bedarf an Notunterkünften vorerst gedeckt sei.

Zuvor hatten zahlreiche Nutzer via Twitter angeboten, Menschen aufzunehmen zu können. Vonseiten der Stadt Freiburg heißt es, dass die vorläufige Unterbringung und Verpflegung der jungen Menschen durch die Stadt gesichert sei. „Die konkrete Ankunftszeit ist noch ungewiss. Mit dem Eintreffen wird im Laufe des Samstags gerechnet.“

Zahlreiche Menschen bieten zudem weitere Hilfe an. „Was wird gebraucht?“, will eine Userin wissen. Eine andere ergänzt: „Kann man trotzdem noch etwas tun, um zu helfen? Eine Kollegin hat gute Kontakte zu russischsprachigen Lehrern.“ Zur Wahrheit gehört aber auch, dass nicht alle Menschen über die Ankunft der vom Krieg flüchtenden Menschen erfreut sind. Neben zahlreichen Menschen, die Hilfe anbieten, finden sich auch einige feindselige Kommentare.

Klare Kante gegen Hasskommentare – eine Userin bekommt viel Zuspruch

Viel Zuspruch bekommt die Wortmeldung einer Facebook-Userin. Sie schreibt: „So mancher Kommentar ist so grausam, was können die Menschen dafür?“ An die Autoren der hasserfüllten Beiträge gerichtet, ergänzt die Frau noch: „Denkt mal nach, wenn bei uns Krieg kommt, sind wir alle froh in Sicherheit zu kommen.“ In Baden-Württemberg rechnet man damit, dass mit der sich zuspitzenden Lage in der Ukraine auch in Deutschland bald noch mehr Flüchtlinge ankommen.

Im Ministerium für Migration in Baden-Württemberg wird laut Justizministerin Marion Gentges (CDU) deshalb auch ein Stab „Flüchtende aus der Ukraine“ eingerichtet. Berichten der Stuttgarter Zeitung (StZ) zufolge könnten im Südwesten mindestens 1.250 Personen in vorhandene Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht werden. Gentges: „Wir werden zudem alle weiteren kurzfristig möglichen Erweiterungen von Aufnahmekapazitäten ausschöpfen.“

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