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Kinder an der Macht - Heilbronner Krippe ist „Kita des Jahres“

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Spielzeug in einer Kita
Die Olgakrippe in Heilbronn darf sich «Kita des Jahres» nennen (Smybolbild). © Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

Die Heilbronner Olgakrippe ist «Kita des Jahres» - und hat sich damit gegen mehr als 1100 Einrichtungen bundesweit durchgesetzt. Eines der Erfolgsgeheimnisse: Kinder dürfen dort viel mitbestimmen. Gewürdigt wurden am Montag auch zwei weitere Bewerber aus dem Südwesten.

Heilbronn (dpa/lsw) - Die Olgakrippe in Heilbronn darf sich «Kita des Jahres» nennen. Beim Wettbewerb um den Deutschen Kita-Preis 2022 des Bundesfamilienministeriums und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) setzte sich die städtische Kita am Montag gegen mehr als 1100 andere Einrichtungen aus ganz Deutschland durch. Mit der Auszeichnung erhält die Olgakrippe ein Preisgeld von 25 000 Euro.

In der Einrichtung im Norden Heilbronns sei es wichtig, dass die 113 Kindern im Alltag mitwirken und Verantwortung übernehmen, begründete die Jury des Deutschen Kita-Preises die Auszeichnung. An «Kindertagen» übernehmen demnach die Kinder das Ruder in der Olgakrippe und schlüpfen in die Rollen ihrer Betreuer. Dabei nehmen sie auch Telefonate entgegen und vertreten Entscheidungen nach außen.

«Die Kinder nehmen hier speziell im Familienzentrum Olgakrippe Dinge mit wie: Ich kann hier mitentscheiden, ich kann hier was bewirken», sagte Kita-Leiterin Monika Karacic im Vorfeld der Auszeichnung. «Jedes Kind ist einzigartig und exzellent, es hat seine besonderen Stärken - und an den Stärken setzen wir an.»

Nach Angaben der Stadt Heilbronn ist die Olgakrippe seit rund zwölf Jahren als Familienzentrum konzipiert. Damit sei sie nicht nur Krippe und Kindergarten, sondern auch Anlaufstelle für alle im Stadtviertel. Zu den Angeboten gehören eine generationenübergreifende Nähwerkstatt und Elterndialoge über Erziehungsthemen.

Schon über die Nominierung für den Titel sei die Stadt deshalb «außerordentlich stolz» gewesen, sagte die in Heilbronn für Bildung zuständige Bürgermeisterin Agnes Christner. Sie sei «eine Bestätigung für die hervorragende pädagogische Arbeit» der Kitas, der Olgakrippe selbst und des zuständigen Amts in der Stadtverwaltung.

Unter die zehn Finalisten hatte es auch der kommunale Kindergarten Holzhausen in March (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) geschafft. Zu der Einrichtung gehört unter anderem ein «Waldklassenzimmer», eine Halbinsel am Bach und ein eigener Acker. Die knapp 100 Kinder bauen dort Hochbeete und bestimmen Blumenarten mit Apps auf dem Tablet. Für einen Preis reichte es am Montag zwar nicht, als Finalist erhält die Kita dennoch 1000 Euro als Würdigung ihrer Arbeit.

Ausgezeichnet wurde in Berlin am Montag zudem das Netzwerk «Startpunkt Leben» der Stadt Konstanz in der Kategorie «Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres» - mit einem von mehreren zweiten Preisen und 10 000 Euro. Zu den Angeboten gehören dort Beratungen, Babytreffs und Eltern-Kind-Spielgruppen. Um nah an den Familien zu sein, sei das Netzwerk an sechs Standorten in der Stadt vertreten - und nehme auch digital oder bei einem Picknick im Strandbad Kontakt mit frisch gebackenen Eltern auf.

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