Überteuerte Produkte

Immer öfter Wucherpreise bei Kaufland - Kunden sind entsetzt

Eine Frau betritt mit einem Einkaufswagen eine Filiale des Handelskonzerns Kaufland in München (Oberbayern).
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Der Ärger über völlig irrsinnige Preise im Onlineshop von Kaufland wächst.
  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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Auf dem Kaufland-Marktplatz im Internet finden sich mehrere Artikel zu fragwürdigen Wucherpreisen. Der Ärger der Kunden darüber wächst.

Neckarsulm - Auf dem Online-Marktplatz des Vollsortimenters Kaufland finden sich zahlreiche Artikel - von Wickelkommoden über Spielekonsolen bis hin zu Akkuschraubern. Ganz neu ist das Portal nicht. Offiziell unter dem Namen des Unternehmens aus Neckarsulm wird es erst seit kurzer Zeit betrieben.

Kaufland übernahm den Online-Shop vom Supermarkt Real, der zuvor jahrelang für den Internet-Marktplatz verantwortlich war. Glaubt man einigen Kundenberichten, haben die Probleme seit der Übernahme jedoch zugenommen. So finden sich dort seither einige Produkte, die zu verdächtigen Wucherpreisen angeboten werden.

Die werden zwar im Shop von Kaufland angeboten, die Verkäufer sind jedoch Dritthändler, denn der Kaufland-Shop ist in Marktplatz. Dennoch: Die völlig überteuerten Angebote fallen auf Kaufland zurück.

Kaufland-Kundin weist auf Kinderbett für 21.900 Euro hin

Strandstühle für 8.000 Euro, Kinderschuhe für 500 Euro, Babybetten für 9.000 Euro - der Ärger vieler Kunden über solche Angebote wächst. Bereits Anfang Mai hatte ein Kaufland-Kunde Gartenstühle für 10.000 Euro gefunden. Damals noch amüsierten sich die Shop-Besucher sarkastisch über das „Wahnsinns-Schnäppchen“. Nachdem sich jedoch auch andere Kaufland-Kunden irritiert wegen der völlig überteuerten Möbel zeigten, zieht das Unternehmen auf Facebook immer mehr Kritik auf sich.

In einem aktuelleren Beitrag weist eine Facebook-Nutzerin auf weitere Produkte hin, die mit Wucherpreisen angeboten sind. Darin geht es etwa um einen Hühnerkäfig, der 8.888 Euro kostet, und um ein Kinderbett, das 21.900 Euro kostet. „Wie kommen denn diese Preise zustande?“, fragt die Nutzerin, „Was steckt wirklich hinter diesen Preisangaben?“.

Bereits in einer früheren Veröffentlichung auf Facebook wurde im Zusammenhang mit den überhöhten Preisangaben über eine Verschwörungstheorie diskutiert, die seit geraumer Zeit im Netz kursiert. Behauptet wird demnach, dass Online-Marktplätze, in denen private Händler ihre Waren anbieten können, in den Menschenhandel involviert wären. Kinder und Jugendliche sollen als extrem überteuerte Produkte getarnt an Kunden geliefert werden.

Kaufland spricht von einem Fehler und will diesen beheben

Ein anderer Nutzer hatte eine weniger konspirative Erklärung für die hohen Preise. Die Angebote dienten lediglich als „Platzhalter“. Die Produkte hätten einen guten Listenplatz in den Suchmaschinen erreicht. „Nun ist das Produkt vorübergehend nicht erhältlich, soll aber in der Suchmaschine hinterher nicht wieder hinten auftauchen, wenn es wieder erhältlich ist. Also lässt man das Produkt online, aber setzt den Preis unverhältnismäßig hoch an, zu dem keiner das Produkt kauft. Wenn es wieder erhältlich ist, wird der Preis auf ‚normal‘ gesetzt“, so der Facebook-Nutzer in einem Kommentar.

Das Unternehmen Kaufland selbst kann wenig für die Preise, da sie von den privaten Händlern selbst gemacht werden. In dem Fall der überteuerten Produkte für mehrere tausend Euro handle es sich aber um falsche Angaben. „Die Kollegen kümmern sich bereits darum“, versichert das Unternehmen gegenüber der Facebook-Nutzerin.

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