„Marktkauf muss bleiben“

„Darf nicht sein“: Beliebter Supermarkt soll zu Kaufland werden - Kunden sind wütend

Eine Frau betritt mit einem Einkaufswagen eine Filiale des Handelskonzerns Kaufland in München.
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Eine beliebte Marktkauf-Filiale soll Kaufland weichen. Kunden sind damit überhaupt nicht einverstanden.
  • Julian Baumann
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Eine beliebte Filiale von Marktkauf soll nun zu Kaufland werden. Die Kunden sind alles andere als begeistert und rufen sogar zu Demos auf.

Neckarsulm/Nordhorn - Die baden-württembergische Supermarkt-Kette Kaufland aus Neckarsulm (Kreis Heilbronn) ist zusammen mit Lidl der größte Lebensmittelhändler Europas. Die beiden Ketten gehören zur Schwarz-Gruppe, doch allein Kaufland betreibt derzeit rund 1.300 Filialen in acht Ländern. Seit Beginn des Jahres wächst das Filialnetz von Kaufland zudem stark an. Im Rahmen der Real-Übernahme bekam Kaufland grünes Licht für die Übernahme von 92 Märkten. Viele ehemalige Real-Standorte eröffneten bereits unter neuer Flagge, in den nächsten Monaten werden jedoch noch weitere dazukommen.

Die zerschlagene Real-Kette wird nicht nur von Kaufland, sondern von mehreren Lebensmittelhändlern übernommen. Edeka darf beispielsweise 44 Filialen übernehmen. Einige der Real-Standorte werden dabei auch Märkte der Edeka-Tochter Marktkauf. In Nordhorn in Niedersachsen soll nun jedoch offenbar eine beliebte Marktkauf-Filiale Kaufland weichen. Auf Facebook schrieb der bisherige Betreiber, ihm sei der Mietvertrag gekündigt worden und der Vermieter habe den Zuspruch für den Markt an Kaufland vergeben. Kunden des Lebensmittelhändlers sind von dieser Nachricht schockiert, wie zahlreiche Kommentare unter dem Post zeigen.

„Das darf nicht wahr sein“: Marktkauf-Kunden von Kaufland-Übernahme schockiert

Im Ringcenter, einem Einkaufscenter der Stadt Nordhorn in Niedersachsen, kaufen Kunden bereits seit 12 Jahren gerne bei Marktkauf ein. Wenn es nach dem Vermieter der Immobilie geht, ist damit bald Schluss. Er möchte die Filiale nämlich an Kaufland vermieten, wie der bisherige Mieter und Marktkauf-Betreiber Manfred Kutsche auf Facebook schrieb. „Es entspricht leider den Tatsachen, dass mein Mietvertrag zum März kommenden Jahres gekündigt wurde“, schrieb er. „Ich bin voll kommend geschockt und habe da überhaupt nicht mit gerechnet.“

Unter dem Facebook-Post über die beabsichtigte Übernahme der Marktkauf-Filiale durch Kaufland zeigten sich viele Kunden schockiert. „Das darf nicht sein, Marktkauf muss bleiben“, schrieb eine Nutzerin. „Marktkauf muss bleiben, Kaufland kann nicht mal ansatzweise mithalten“, stimmte eine weitere zu. Bei der Übernahme von Real durch Kaufland betrauerten viele Kunden das stark veränderte Sortiment. Das geht auch den Marktkauf-Kunden ähnlich. „Das Sortiment ist immer vielfältiger geworden“, schrieb eine Kundin. „Wer will als Alternative Kaufland?“

Kaufland: Kette betreibt bereits eine Filiale in Nordhorn - nun soll eine weitere folgen

Kaufland übernahm vor wenigen Monaten die ehemalige Real-Filiale in Hamm (Nordrhein-Westfalen). Die Kunden waren nach dem Umbau der Filiale zu Kaufland genervt. Damit verschwand Real vollständig aus der Stadt, während das Unternehmen aus Baden-Württemberg eine weitere Filiale eröffnete. Auch im niedersächsischen Nordhorn gibt es bereits eine Kaufland-Filiale. Das Ende des Marktkaufs von Manfred Kutsche „wäre ein enormer Verlust, zumal es Kaufland ja auch in Nordhorn an einem anderen Standort gibt“, schrieb eine Kundin auf Facebook. Eine weitere Kundin wird noch deutlicher: „Das ist eine ganz große Sauerei“, schrieb sie. „Ein zweites Kaufland braucht kein Mensch.“

Dass aus der Marktkauf-Filiale in Nordhorn ein weiterer Kaufland wird, wollen mehrere Kunden laut ihren Kommentaren verhindern. „Wie können wir helfen, eine Demo oder Unterschriften sammeln?“, fragte eine Nutzerin auf Facebook. Eine weitere Kundin versuchte es auf anderem Wege und wandte sich direkt an Kaufland. „Wenn ihr ins Ringcenter Nordhorn einzieht, seid ihr für mich gestorben!“, schrieb sie auf der Facebook-Seite der Supermarktkette. Manfred Kutsche selbst kündigte in seinem Facebook-Post an, ebenfalls kämpfen zu wollen. „Ich werde weiterhin kämpfen und gebe nicht auf, damit ich auch zukünftig gemeinsam mit meinem großartigen Team für euch da sein darf.“

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