Wie in der DDR?

„Zurück in die DDR“: Kaufland-Kunde postet Foto aus Filiale

Leere Regale bei Kaufland
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Ein Kaufland-Kunde fühlte sich beim Anblick dieses geplünderten Regals an die DDR zurückerinnert.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Eigentlich sind Kunden bei Supermärkten und Discountern wie Kaufland volle Regale gewohnt. Umso irritierter war ein Kaufland-Kunde nun, als er durch eine Filiale ging.

Neckarsulm - Lieferengpässe, leere Regale und vergriffene Produkte: Solche Szenarien begegnen den Kunden in den Filialen der Einzelhandelskette Kaufland aus Neckarsulm (Kreis Heilbronn) eher selten. Anders war das allerdings vor den angekündigten Lockdowns aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg. Als die Corona-Zahlen stiegen brach in Supermärkten und Drogerien die Panik aus und Kunden berichteten von absurden Erlebnissen. Inzwischen gehen die Zahlen jedoch bundesweit stark zurück und ein erneuter Lockdown ist nicht abzusehen. Demnach sollte es in den Kaufland-Filialen also nicht mehr zu Lieferengpässen und leeren Regalen kommen.

Einem Kunden stellte sich nun jedoch genau dieses Problem. Das fast leere Eier-Regal in einer Kaufland-Filiale erinnerte ihn an Zeiten, in denen Lebensmittel nicht so verfügbar waren wie heute. Der Kunde postete seine Entdeckung auf der Facebook-Seite des Unternehmens.

Kaufland: Große Auswahl an Lebensmitteln - und leere Regale?

Die Lebensmittelhandelskette Kaufland ist zusammen mit Lidl der größte Lebensmittelhändler Europas und betreibt aktuell rund 1.300 Filialen in acht Ländern. In diesem Jahr wuchs die Anzahl der deutschen Filialen sogar noch weiter an. Denn Kaufland erhielt grünes Licht für die Übernahme von 92 Real-Märkten. Der Einzelhändler bietet jedoch nicht nur ein großes Netz an Filialen, sondern auch eine große Produktpalette in der man so ziemlich jedes Lebensmittel findet. Kürzlich stand ein Kaufland-Kunde jedoch vor komplett leeren Regalen.

In den Kaufland-Filialen in Deutschland findet man eine große Auswahl an Lebensmitteln. Eine bestimmte Nudelmarke ist jedoch nicht mehr verfügbar. Denn nach einem Preiskampf warf Kaufland eine ganze Marke aus dem Sortiment. Der Kaufland-Kunde wollte dagegen offenbar keine bestimmte Marke, sondern einfach nur Eier kaufen und wurde bitter enttäuscht. Auf dem auf Facebook geposteten Bild aus der Kaufland-Filiale ist ein Tiefkühlregal zu sehen. Im oberen Bereich des Regals sind zwar Produkte eingeräumt, im unteren, deutlich größeren Bereich herrscht dagegen gähnende Leere.

„Zeitreisen mit Kaufland“: Kunde fühlt sich beim Einkaufen an eine vergangene Zeit erinnert

Der Kunde von Kaufland nahm das ganze jedoch mit Humor und machte sich auf Facebook über die Filiale lustig. „Zeitreisen mit Kaufland“, schrieb er. „Zurück in die DDR.“ Damit spielte er wohl auf ein Problem an, dass in der Deutschen Demokratischen Republik unter Besatzung der Sowjetunion an der Tagesordnung war. Damals waren Grundnahrungsmittel wie Käse, Brot, Kartoffeln, Fleisch oder Butter zwar sehr günstig, sogenannte Luxusgüter waren dagegen fast gar nicht zu bekommen. Doch auch die zu günstigen Preisen erhältlichen Produkte standen nicht unbegrenzt zur Verfügung.

Stattdessen wurde der tägliche Bedarf der DDR-Bürger vom Staat rationiert. Dazu kam, dass die Lebensmittelversorger der DDR auch die Sowjetischen Besatzer mitversorgen mussten. Deshalb fanden die Bürger beim Einkaufen oftmals leere Regale vor. Das ist seit der Wiedervereinigung glücklicherweise vorbei. Oder doch nicht? Der Kaufland-Kunde spielte mit dem Bild auf Facebook wohl darauf an, dass das Eier-Regal leer geräubert wurde. „Wobei, Eier gab es Dank VEB KIM (Kombinat Industrielle Mast, staatliche Betriebsform in der Landwirtschaft der DDR. Anm.d.Red.) immer“, schrieb er.

Kaufland reagierte auf den Post des Kunden und schrieb: „Wir können deinen Unmut sehr gut verstehen und möchten uns dafür entschuldigen, dass es in der Filiale offensichtlich Handlungsbedarf bei der Warenverfügbarkeit gibt.“

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