Parkplatzordnung

„Gehe zur Konkurrenz“: Kunde parkt auf Kaufland-Parkplatz - und muss Bußgeld zahlen

Einkaufswagen stehen vor einem geschlossenen Supermarkt der Kette Kaufland.
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Auf den Parkplätzen der Kaufland-Filialen gelten bestimmte Parkregelungen - bei Verstößen droht ein Bußgeld.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Wer in einer Filiale der Supermarktkette Kaufland einkauft, darf auch auf den Parkplätzen parken. Ein Kunde soll nun jedoch ein Bußgeld zahlen und wandte sich per Facebook an die Kette.

Neckarsulm - Die Lebensmittelhandelskette Kaufland mit Sitz im baden-württembergischen Neckarsulm (Kreis Heilbronn) gehört wie auch der Discounter Lidl zur Schwarz-Gruppe. Gemeinsam sind die beiden Unternehmen der größte Lebensmittelhändler Europas. Allein Kaufland betreibt 1.300 Filialen in insgesamt sieben Ländern. In den vergangenen Monaten ist die Reichweite des Lebensmittelhändlers sogar noch deutlich gestiegen. Denn Kaufland bekam grünes Licht für die Übernahme von 92 Real-Märkten. Damit entstanden in vielen deutschen Städten weitere Kaufland-Filialen, während die Kette Real nach und nach aus der Bundesrepublik verschwindet.

Die Filialen der Lebensmittelkette Kaufland sind aufgrund des großen und umfangreichen Sortiments oftmals sehr groß und bieten somit auch Platz für eine große Anzahl an Kunden. Deshalb stehen der Kundschaft auch vor den Märkten Parkplätze zur Verfügung, die für die Dauer des Einkaufs in der Filiale verwendbar sind. Bei den Parkplätzen handelt es sich jedoch um Privatgrundstücke, weswegen die Kunden gewisse Regeln beachten müssen. Auf vielen Supermarktparkplätzen ist eine Parkscheibe obligatorisch, damit wollen die Ketten gewährleisten, dass die Kunden nur für die Dauer des Einkaufs auf den Parkplätzen parken.

Ein Kaufland-Kunde hatte jedoch keine Parkscheibe in seinem Auto ausgelegt und soll nun ein Bußgeld zahlen. Auf der Facebook-Seite der Lebensmittelkette beschwerte er sich und kündigte an, in Zukunft „zur Konkurrenz“ gehen zu wollen.

Fehlende Parkscheibe führt zu Bußgeld - Kundin beschwert sich bei Kaufland

Auf den Social-Media-Seiten der Handelskette Kaufland gibt es immer wieder mal Beschwerden von Kunden, die mit gewissen Erfahrungen in einer Filiale nicht einverstanden sind. Ein Kunde postete beispielsweise ein vielsagendes Foto aus einer Filiale und beschwerte sich über leere Regale. Ein anderer Kaufland-Kunde hatte dagegen eine Beschwerde, die sich auf den Außenbereich einer Filiale bezog. Er parkte auf dem Kunden-Parkplatz und fand bei der Rückkehr einen Zettel vor. Demnach soll er 20 Euro Bußgeld zahlen.

In dem Facebook-Beitrag kritisierte er, dass die Kundschaft nicht auf die Parkscheiben-Pflicht hingewiesen werde. „Lieber 100 Kunden so ein Zettel unter den Scheibenwischer stecken und 20 € kassieren. Und dann einem noch nicht mal die Möglichkeit geben seinen Fehler durch den Kassenbon zu begleichen“, schrieb er an Kaufland.

Dass Kunden aufgrund einer fehlenden Parkscheibe ein Bußgeld zahlen müssen, ist jedoch nicht ungewöhnlich. „Sofern keine Formfehler vorliegen, dürfen Supermarktbetreiber den Nutzern ihrer Parkplätze bei Parkdauerüberschreitung oder fehlender Parkscheibe ein Knöllchen verpassen und die dort als Strafe aufgeführte Summe auch einfordern“, sagte Thomas Schuster, Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS der hna*.

Kaufland-Kunde: „Werde zur Konkurrenz gehen“

Die Supermarktketten wie Kaufland, Lidl und Co. dürfen also auf ihren Parkplätzen fehlende Parkscheiben mit einem Bußgeld bestrafen. Allerdings muss auf eine solche Regelung auch klar und für die Kunden sichtbar auf dem Parkplatz hingewiesen werden. Das sei auf dem Parkplatz der Kaufland-Filiale nicht der Fall gewesen, schreibt der Kunde auf Facebook. „Die Schilder mit dem Hinweis auf Parkuhr sind leider nicht gut sichtbar und entsprechen nicht der StVO.“ Laut der hna* haben jedoch nicht alle Supermarktketten eine solche Regelung für ihre Parkplätze.

Der Kaufland-Kunde kündigte in seinem Facebook-Post an, zukünftig anderweitig einkaufen zu gehen. „Werde zur Konkurrenz gehen, denn so seid ihr viel teurer als Rewe oder Edeka, dort gibt es wenigstens ein entgegenkommen“, schrieb er. Die baden-württembergische Lebensmittelkette erwiderte, man werde das Feedback an das Kundenmanagement weiterleiten und bat den Kunden um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten. Das nahm der Kunde letztendlich auch an. „Danke für die Entschuldigung, ich sehe auch meinen Fehler ein“, schrieb er, fügte jedoch hinzu: „Wäre wirklich schön, wenn die Kunden im Markt nochmal daraufhin gewiesen werden.“ *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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