Orientierung für Konsumenten

Kaufland und Lidl führen lang ersehnte Kennzeichnung auf Produkten ein

  • Sina Alonso Garcia
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Für Verbraucher sind Inhaltsstoffe von Produkten oft schwer zu erkennen. Lidl und Kaufland wollen das ändern - und drucken bald den Nutri-Score auf allen Eigenmarken ab.

Neckarsulm - Mit einem einfachen Ampelsystem klärt der Nutri-Score Konsumenten darüber auf, wie gesund ein Lebensmittel ist. Dabei steht die Farbe Grün für gesündere Inhaltsstoffe und Rot für eher ungesunde - auch Mittelstufen wie Orange und Gelb sind vertreten. Seit seiner Einführung 2019 ist er auf immer mehr Produkten zu finden - und gilt seit November 2020 in Deutschland als offiziell anerkannt. Nachdem Discounter Aldi Anfang März ankündigte, den Nutri-Score für alle seine Produkte einzuführen, zieht nun auch die Schwarz-Gruppe nach: Lidl und Kaufland drucken die Kennzeichnung bald auf allen ihren Eigenmarken ab.

Erst kürzlich führten Kaufland und Lidl eine Kennzeichnung ein, die sich Kunden seit langem gewünscht hatten: Hinweise für die Mülltrennung auf Verpackungen aus mehreren Materialien sollen Verbrauchern das Entsorgen erleichtern. Nun sollen sie auch bei der Auswahl ihrer Lebensmittel unterstützt werden. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, tragen bereits einige Kaufland- und Lidl-Produkte das Nutri-Score-Logo. Bis 2023 haben die Discounter sich das Ziel gesetzt, alle Produkte damit auszustatten.

Kaufland und Lidl: Um höheren Nutri-Score zu erreichen, will Lidl Rezepturen verbessern

Verpackte Lebensmittel können über den Nutri-Score recht einfach hinsichtlich eher gesunder und ungesunder Zutaten eingeordnet werden. Lidl betonte gegenüber der Lebensmittelzeitung, die Rezeptur seiner Eigenmarken zu optimieren, um „die Nutri-Score-Bewertung eines Produktes im Laufe der Zeit zu verbessern.“ Fälle wie der Rückruf eines Frühstücksprodukts bei Lidl wegen Verdacht auf Giftstoffe könnten dadurch vielleicht verhindert werden. Doch wie genau ist der Nutri-Score eigentlich zu lesen?

Kunden sollen es in Zukunft bei der Auswahl gesunder Produkte noch leichter haben.

Der Nutri-Score, der von unabhängigen Wissenschaftlern aus Frankreich und Großbritannien entwickelt wurde, gibt Aufschluss über das Nährwertprofil eines Produktes. Eine fünfstufige Skala von A bis E sowie Farben von Grün bis Rot ordnen Lebensmittel einer bestimmten Kategorie zu. Der Score eines Produkts wird laut des Lebensmittelverbands Deutschland folgendermaßen berechnet:

  • Gute Nährstoffe und Inhaltsstoffe (Eiweiß, Ballaststoffe, Obst, Gemüse, Nüsse) bekommen Minuspunkte.
  • Schlechte Nährstoffe und Inhaltsstoffe (Energie, gesättigte Fettsäuren, Zucker, Salz) bekommen Pluspunkte.
  • Beides wird miteinander verrechnet. Je niedriger die Gesamtpunktzahl, desto besser.

Die Zuordnung erfolgt auf Basis der Nährwertangabe für 100 Gramm sowie 100 Millilitern bei Getränken. Aus den Berechnungen ergibt sich die folgende Einstufung der Produkte:

Nutri-ScoreFeste LebensmittelGetränke
A (Dunkelgrün)maximal -1Wasser
B (Hellgrün)0 bis 2maximal 1
C (Gelb)3 bis 102 bis 5
D (Orange)11 bis 186 bis 9
E (Rot)ab 19ab 10

In Deutschland gibt es bisher noch kein verpflichtendes Nährwertlogo. Hersteller entscheiden auf freiwilliger Basis, ob sie den Nutri-Score auf ihren Produkten anbringen wollen. Kaufland nutzt den Nutri-Score bereits auf Eigenmarken wie „K-Bio“ und „K-take it veggie“, Lidl hat sie bereits für die Eigenmarken „Trattoria Alfredo“ und „Crownfield“ umgesetzt.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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