Erster Lebensmittelhändler in Deutschland

Kaufland nimmt Fleisch mit neuem Label ins Sortiment auf - für mehr Tierwohl

Das Wurstregal in einer Filiale des Lebensmittelhändlers Kaufland.
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Kaufland setzt bei Wurst-und Fleischwaren der Eigenmarke K-Classic auf die Haltungsform Stufe 3 „Außenklima“.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Supermarkt-Kette Kaufland aus Neckarsulm beteiligt sich an der Initiative Tierwohl und führt eine neue Haltungsform bei den Fleisch-Eigenmarken ein - die Ware stammt aus Heilbronn.

Neckarsulm/Heilbronn - In den Filialen der großen Supermarktketten wie Kaufland, Lidl und Co. wird inzwischen eine große Auswahl an vegetarischen oder veganen Produkten angeboten. Die Kunden kaufen jedoch nach wie vor gerne Fleischprodukte. Obwohl viele Kunden nicht auf Fleisch verzichten wollen, steigt die Forderung nach dem Tierwohl.

Im vergangenen Jahr erschütterte eine ganze Reihe von Schlachthof-Skandalen das Land Baden-Württemberg. Ein Video zeigte schockierende Szenen aus einem Schlachthof in Gärtringen und wenige Wochen später deckte die Soko Tierschutz auch erschreckende Szenen von Tierquälerei in einem Betrieb in Biberach auf.

Die Supermarktkette Kaufland, die wie Lidl zur Schwarz-Gruppe mit Sitz im baden-württembergischen Neckarsulm (Kreis Heilbronn) gehört, unterstützt bereits seit 2015 die Initiative „Tierwohl“ und führte vor wenigen Tagen als erster Lebensmittelhändler in Deutschland die Haltungsform Stufe 3 „Außenklima“ bei den Fleisch- und Wurstprodukten der Eigenmarke K-Classic ein, heißt es in einer Pressemitteilung. Die zahlreichen Kaufland-Filialen werden vom hauseigenen Fleischwerk in Heilbronn beliefert. Das Fleisch stammt von Vertragslandwirten.

Kaufland: Kette setzt auf Haltungsform Stufe 3 - „Wunsch nach Tierwohl bei vielen Kunden“

Kaufland ist als Teil der Schwarz-Gruppe einer der größten Lebensmittelketten in Europa. In den vergangenen Monaten wuchs das Einzugsgebiet und die Anzahl der Filialen des baden-württembergischen Unternehmens weiter an. Denn das Bundeskartellamt gab Kaufland grünes Licht für die Übernahme von 92 Real-Filialen. Die Real-Kette wurde nahezu vollständig zerschlagen und Kaufland bekam den Zuspruch für die meisten ehemaligen Märkte. Inzwischen öffneten viele Real-Märkte bereits als Kaufland, Kunden und Mitarbeiter müssen mit Veränderungen leben. Als weitere Veränderung werden in den zahlreichen Filialen seit dem 13. Mai nur noch Fleisch-Eigenmarken der Haltungsform Stufe 3 angeboten.

Die Wurst- und Fleischpalette der Kaufland-Eigenmarke K-Classic umfasst beispielsweise Lyoner, Schinkenwurst, Bierschinken und Leberkäse in Selbstbedienung. Für diese Produkte führte die Lebensmittelkette bereits die Haltungsform 3 „Außenklima“ ein. Das bedeutet, dass die Tiere 40 Prozent mehr Platz in ihren Ställen haben als gesetzlich vorgeschrieben. Daneben werden die Schweine auch mit einem gentechnikfreien Futter gefüttert und haben Zugang zu Außenklimabereichen.

„Der Wunsch nach mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung besteht bei vielen Kunden“, sagte Stefan Rauschen, Geschäftsführer Einkauf Frische laut der Pressemitteilung. Das Ziel sei, dass der Kauf dieser Produkte für die Kunden zur Selbstverständlichkeit werde. „Daher bieten wir unsere Wurstwaren zu den bisherigen Preisen an.“

Tierwohl bei Kaufland: Fleisch kommt aus der Region

Im Gegensatz zu Lidl sollen die Fleischprodukte bei Kaufland also nicht teurer werden. Der Discounter der Schwarz-Gruppe hatte vor wenigen Monaten massiv mit Bauernprotesten in Bezug auf die Fleischpreise zu kämpfen und knickte schließlich ein. Nach den Bauern-Protesten wurde das Fleisch für Lidl-Kunden teurer. Kaufland setzt dagegen auf Produkte aus der Region. Die Fleisch- und Wurstwaren kommen von ausgewählten Landwirten, die Verarbeitung erfolgt im hauseigenen Fleischwerk in Heilbronn. „Wir pflegen zu unseren Lieferanten und Landwirten langfristige und partnerschaftliche Vertragsbeziehungen“, sagte Stefan Rausch. „Dabei liegt unser gemeinsamer Fokus auf einer verantwortungsvollen Tierhaltung.“

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