Ärger um Corona-Regel

„Dieser Laden ist das letzte“: Kaufland verwehrt Kundin mit Kind den Zutritt

Eine Reihe von Kaufland-Einkaufswagen
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Einer Kaufland-Kundin mit Kinderwagen wird der Einlass ohne Einkaufswagen nicht gewährt.
  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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Eine Kaufland-Kundin ärgert sich, weil ihr der Einlass in eine Filiale nicht gewährt wird. „Das war eine bodenlose Frechheit, es gibt bestimmt Lösungen für solche Fälle!“

Heilbronn - Das Einkaufen in Zeiten des Coronavirus in Baden-Württemberg ist mitunter keine leichte Angelegenheit. Nicht nur, dass es vor allem im vergangenen Jahr immer wieder zu Hamsterkäufen während der Pandemie kam und dabei Kunden von Lidl, dm und Co von absurden Erlebnissen berichteten. Auch die Maskenpflicht und die Regel, dass Kunden nur mit einem Einkaufswagen den Laden betreten dürfen, damit die Filialen die Kundenströme besser abschätzen können, kann für manche zum Problem werden. Die Einkaufswagenpflicht erschwerte nun offenbar erheblich den Einkauf einer Kaufland-Kundin.

Der Mutter, die mit dem Kinderwagen unterwegs war, beschreibt das Szenario auf der Facebook-Seite des Unternehmens. „Mir wurde der Eintritt ohne Einkaufswagen verweigert! Corona-Regeln - Okay. Aber wie bitteschön soll man beide Wagen schieben?! Das war eine bodenlose Frechheit“, beschwert sie sich in dem Post.

Kaufland-Kundin beschwert sich über fehlende Kundenfreundlichkeit

Hinzu sei gekommen, dass das Personal an der Information „unverschämt“ reagiert habe. „Ich solle doch einen Maxi-Cosi mitbringen. Ohne Auto. Mit dem Kinderwagen. Daraufhin wurde ich ignoriert“, so die Kundin auf Facebook. Erst kürzlich verärgerte der Vollsortimenter einen anderen Kaufland-Kunden, weil er seine Treuepunkte nicht für eine Prämie einlösen konnte.

Die Kundin mit dem Kinderwagen betont, dass sie, wenn sie mobiler gewesen wäre, sicher in einem anderen Supermarkt eingekauft hätte. Stattdessen aber habe sie dann doch den Einkaufswagen genommen und sei damit - zusammen mit dem Kinderwagen - einkaufen gegangen. „Ich habe mich also mit den beiden Wagen durch die Gänge gequetscht und bestimmt doppelt so lange gebraucht! Und die Höhe war: Es wurden Menschen ohne Wagen hereingelassen!“, schreibt sie.

Für die Unternehmen ist die Pflicht, die Kundenzahl im Laden zu begrenzen, mitunter nicht einfach umsetzen. Sie wurde im Zuge der „Bundesnotbremse“ zudem verschärft, da nun weniger Kunden als bisher in den Laden dürfen. In vielen Supermärkten müssen Kunden aus diesem Grund zum Einkaufswagen greifen, da die Supermärkte so die Kundenzahl im Blick behalten.

Kaufland-Kundin schlägt als Lösung eine Alternative vor

Lidl und Kauf befürchten zudem, dass wegen der „Bundesnotbremse“ lange Warteschlangen vor den Märkten drohen. Die Kundin, die zusätzlich zum Kinderwagen noch einen Einkaufswagen nehmen musste, betont, dass von diesem Problem nicht nur Eltern mit kleinen Kindern betroffen sein könnten. Ähnlich könnte es auch Senioren ergehen, die mit einem Rollator unterwegs sind. „Müssen die auch ihr Fahrzeug und einen Einkaufswagen schieben?“, fragt sie und fügt zuletzt hinzu: „Dieser Laden ist das Letzte!“

Das Unternehmen hat auf den Fall der Kundin später geantwortet - mit dem Verweis auf eine private Direktnachricht. Wie Supermärkte wie Lidl, Kaufland und Co. in Zukunft mit der Problematik der Einkaufswagenpflicht für Eltern mit Kinderwagen - oder Senioren mit Rollator - umgehen wollen, geht daraus also nicht hervor. Die Kundin schlägt derweil eine Alternative vor, die zur Kontrolle der Kundenströme durchaus infrage käme: „Wo sind denn eure Körbe?“

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