Trotz vollem Heft keine Prämie

„Das ist Verarsche“: Kaufland-Kunde will Treuepunkte einlösen, aber die Prämie gibt es nicht

Kaufland-Schild Mann mit Maske (Archivbild)
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Die Treue-Aktion von Kaufland sorgt für Ärger bei einem Kunden.
  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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Ein Kaufland-Kunde ärgert sich über die Treueaktion des Unternehmens. Obwohl er genügend Treuepunkte gesammelt hat, geht er leer aus, wie er selbst sagt.

Neckarsulm - Es ist eine übliche Werbemaßnahme, mit der Unternehmen ihre Kundenbindung stärken wollen: Mit Treueaktionen, bei denen die Besucher bei jedem Einkauf je nach Geldbetrag Punkte erhalten, bekommen die Kunden am Ende eine Prämie. Auch der Vollsortimenter Kaufland bietet derzeit eine solche Aktion an. Dabei können Kunden verschiedene Produkte der Marke „Zwilling“ günstiger erwerben als üblich. Was verlockend klingt, hat aber seine Tücken. Das musste nun auch ein Kunde erfahren.

Immer wieder tut sich bei solchen Fällen Facebook als Beschwerdeplattform hervor. Kürzlich erst hatte ein Kunde sich in einem missverständlichen Post darüber echauffiert, dass Kaufland seine Kunden Corona-Tests aufzwingen wolle - was nicht stimmte. Der Kunde wollte Kaufland deshalb gar nicht mehr betreten. Auch im Fall der Treueaktion wandte sich der Kunde über das soziale Netzwerk an das Unternehmen.

Kaufland-Kunde ärgert sich, weil er trotz Punkten keine Prämie bekommt

„Das ist Verarsche“, schreibt der Kunde in einem Post. Er habe fünf Hefte mit Treuepunkten gesammelt, aber nie die Möglichkeit gehabt, das gewünschte Produkt der angebotenen Marke zu bekommen, sagt er. Bitter enttäuscht macht er deutlich, dass ihm bei der Kunden-Hotline gesagt worden sei, dass sein Anliegen weiter geleitet werde. Bisher habe sich aber niemand bei ihm gemeldet.

Dass die gewünschte Prämie nicht mehr zu haben war, könnte an der Nachfrage gelegen haben. Eine ähnliche Erfahrung, allerdings nicht mit Prämien, machte ein anderer Kaufland-Kunde, der verärgert ein Foto postete. Obwohl im Prospekt für eine Ware geworben worden war, war sie in den Regalen nicht mehr vorrätig. Kunden spekulierten, ob dahinter nicht eine gewisse Methode stecke.

Kaufland: Die Krux solcher Treueaktionen liegt im Kleingedruckten

Und auch im Fall der Treueaktion legt der Kunde den Verdacht nahe, dass das Produkt bereits von Anfang an ausverkauft gewesen sei. „Wenn mir der Kaufland-Mitarbeiter schon sagt, es gebe von Anfang an viel zu wenig und ich soll mich an den Kundenservice wenden, ist das ja eine andere Botschaft“, schreibt er in einem weiteren Kommentar.

Die Krux bei solchen Treueaktionen liegt im Kleingedruckten. Tatsächlich gilt bei dabei wie ein weiterer Kunde auf Facebook kommentiert: „Nur solange der Vorrat reicht.“ Kunden sollen demnach nicht nur fleißig Punkte sammeln, sondern auch schneller sein als andere. Für Treueaktion-Fans bedeutet das: Ist das Produkt noch vor Aktionsablauf einmal ausverkauft, bringt einem das Heft mit gefüllten Treuepunkten nicht mehr viel. Denn eine Prämie ist das Unternehmen den Sammlern von Treuepunkten nicht notwendigerweise schuldig.

Kaufland entschuldigt sich bei dem Kunden - eine Prämie gibt es trotzdem nicht

Wie in einem anderen Fall, bei dem eine Kaufland-Kundin an der Kasse in Tränen ausbrach, weil sie sich wegen zwei Cent den Einkauf nicht leisten konnte, meldete sich das Unternehmen aber auch dieses Mal wieder zu Wort - und entschuldigt sich bei dem Kunden. „Das liegt aber ganz bestimmt nicht daran, dass wir die Kunden hereinlegen wollen“, so das Unternehmen, „Die Treueprodukte sind nicht vorrätig und stehen deshalb oft nicht mehr zur Verfügung.“

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