Wütender Tweet

„Sag mal Kaufland, wie lange muss ich mir das noch anschauen?“ - Kunde entsetzt über Mitarbeiter

Menschen stehen in einer Kaufland-Filiale an einer Kasse.
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An Supermarkt-Kassen entstehen in Corona-Zeiten häufig Konflikte.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Nach dem Besuch einer Kaufland-Filiale in Karlsruhe zeigte sich ein Kunde empört. Die Mitarbeiter dort würden völlig ungeeignete Masken tragen und andere gefährden.

Karlsruhe/Neckarsulm - „Sagt mal, Kaufland, wie lange muss ich mir im Markt Karlsruhe die Mitarbeiterin mit dem Mini-Mundshield noch anschauen, bis ihr reagiert?“ Mit diesen Worten leitete ein enttäuschter Kunde des Discounters auf Twitter seine Beschwerde über die Angestellten ein. Gerne hätte er sich an der Information vor Ort beschwert. „Aber die Mitarbeiterin dort war komplett ohne Maske am Arbeitsplatz.“ Völlig entsetzt appelliert er an Kaufland: „Sind euch eure Kunden egal?“

Mit seinem Beitrag scheint der Mann einen Nerv getroffen zu haben: Über 2.000 Menschen gaben dem Tweet einen „Like“. Wie Mitarbeiter im Einzelhandel mit den Schutzmaßnahmen und insbesondere dem Tragen von Masken umgehen, beschäftigt offenbar viele Kunden. Erst kürzlich reagierte eine Kundin von dm sauer auf Mitarbeiter, weil diese angeblich ungeeignete Masken trugen.

Kaufland reagiert auf Kritik - Antwort stimmt die Kunden jedoch nicht zufrieden

Der verärgerte Tweet des Kaufland-Kunden blieb natürlich auch dem Unternehmen nicht verborgen. Zunächst reagierte der Discounter jedoch ausweichend: „Wir möchten Kunden und Mitarbeiter schützen. Daher gilt bei uns: Maske auf - mit Ausnahme derer, die durch ein Attest davon befreit sind.“ Alle Mitarbeiter würden regelmäßig dafür sensibilisiert, die Filialen regelmäßig kontrolliert. Wirklich zufrieden stimmten sie die Community auf Twitter dadurch aber nicht.

Aufgrund der weiter zunehmenden Kritik verschiedener Nutzer sah sich Kaufland dann offenbar gezwungen, noch hinterherzuschieben: „Die Hinweise nehmen wir ernst und geben sie nicht nur an die Teams vor Ort weiter, sondern bitten stellvertretend für euch um Nachbesserung.“ Doch auch dieses Entgegenkommen wurde von den Kunden nur spöttisch kommentiert. „Entschuldigung, aber bitte wer soll Ihnen das glauben?“, fragte jemand. „Seit einem Jahr sitzen Ihre Kassierer ohne Mund-Nasen-Schutz an den Kassen.“ Dies lasse nur den Schluss zu, dass sich die Marktleiter von Kaufland selbst nicht im Geringsten für Maßnahmen zum Infektionsschutz interessierten.

Kaufland kein Einzelfall: Beschwerden über Verkäufer häufen sich - doch die schlagen zurück

Während Unternehmen auf solche Anschuldigungen meist mit eher sachlichen oder unverbindlichen Stellungnahmen reagieren, sehen sich die Verkäufer selbst zunehmend in der Pflicht, sich zu wehren. Bei Lidl schlug eine Verkäuferin vehement zurück, als ein Kunde sich wegen fehlender Masken beim Personal beschwerte: „Ist dem ein oder anderen eventuell nicht bewusst, dass wir die Scheiß-Dinger seit gut einem Jahr fünf Tage die Woche circa neun Stunden anziehen müssen?“, empörte sich die Verkäuferin. „Wir haben es uns nicht ausgesucht, diese scheiß Maske tragen zu müssen und freuen uns über ein paar Minuten Atmen ohne Maske.“

In Zeiten der Corona-Pandemie werden Verkäufer immer häufiger zu Sündenböcken erklärt. Dabei kennt die Wut mancher Kunden offenbar keine Grenzen. Da scheint keine Schutzmaßnahme gut genug und das Verhalten der Verkäufer schlichtweg unzumutbar. Neulich rastete ein Lidl-Kunde aus, weil eine Kassiererin, die hinter einer Plexiglasscheibe saß, ihre Maske abnahm. Bemängelt wurde hier, dass trotz Plexiglasscheibe Aussparungen für den Bezahlvorgang gelassen werden, durch die es auch die Aerosole schaffen könnten.

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