Tonbandansage im Supermarkt

Impfgegner bedrängen Kunden in Kaufland-Filiale mit Lautsprecher: „Lassen Sie sich nicht impfen“

In einem Parkhaus in München (Oberbayern) hängt ein Kaufland-Hinweisschild.
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Impfgegner protestierten mitten in einer Kaufland-Filiale.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Skurrile Szenen spielten sich kürzlich in einer Kaufland-Filiale in Pasewalk ab. Mehrere dunkel gekleidete Personen riefen über Lautsprecher zum Impf-Boykott auf.

Pasewalk - Mittels Tonbandansagen auf einem Lautsprecher haben Impfgegner sich am vergangenen Freitag in einem Kaufland-Markt in Pasewalk (Mecklenburg-Vorpommern) Gehör verschafft. Wie die Polizei berichtet, trugen die Personen alle dunkle Kleidung. In ihren Ansagen forderten die Protestler andere Kaufland-Kunden dazu auf, sich „selber eine Meinung zu bilden“, sich „nicht verarschen und auch nicht impfen zu lassen“. Ihre Botschaft verstärkten sie noch mit einem Plakat mit der Aufschrift: „Wehrt euch gegen Impfwahnsinn und Panikmache‘“.

Mit ihren Anweisungen über den mitgebrachten Lautsprecher und die dunkle Kleidung wirkten die Personen auf andere Kunden „gruselig“, wie merkur.de* berichtet. Schockiert setzten Zeugen gegen 15.40 Uhr einen Notruf an die Polizei ab. Umgehend schickte die Polizei mehrere Streifenwagen los, die die nicht angemeldete Demonstration bei Kaufland auflösten. Unter den Impfgegnern konnte die Polizei sechs Männer im Alter von 17 bis 44 Jahren sowie eine 31-jährige Frau ausmachen. Alle sind deutsche Staatsbürger und kommen aus der Region.

Kaufland: Impfgegner erhalten wegen illegaler Aktion Anzeige und Platzverweis

Weil sie mit ihrer illegalen Aktion klar gegen das Versammlungsgesetz verstoßen haben, wurde gegen die Teilnehmer Anzeige erstattet. Auch erhielten sie einen Platzverweis für den Kaufland-Markt. Schon häufiger wurden Supermärkte während der Pandemie zum Austragungsort für Konflikte zwischen verschiedenen Meinungsvertretern. Dabei kam es auch zu gewalttätigen Szenen. So schlug erst kürzlich ein Maskenverweigerer in einem Discounter in Heidenheim einen Senior nieder, weil dieser ihn auf die Maskenpflicht hingewiesen hatte. Auch Kaufland wurde zur Zielscheibe eines Corona-Gegners, der wegen der neuen Schnelltest-Zentren des Supermarkts mit dessen Boykott drohte.

Während die einen die Maskenpflicht eher lax nehmen, beharren andere wiederum strengstens darauf, dass auch Mitarbeiter im Supermarkt sich daran halten. So rastete ein Lidl-Kunde aus, weil eine Kassiererin keine Maske trug, sondern nur eine Plexiglasscheibe vor sich hatte. *merkur.de ist ein Angebot von Ippen.Media.

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