Greenwashing?

„Für Kunden eine Katastrophe“: Kaufland wegen Neuerung in der Kritik

Eingang eines Kaufland-Supermarktes: Kaufland ist ein Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels mit Sitz in Neckarsulm, Deutschland.
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Kaufland räumt Fehler ein: Kunde kritisiert die Maßnahmen zum Umweltschutz.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Ein Kaufland-Kunde ist skeptisch, ob das Unternehmen wirklich so umweltbewusst ist, wie es sich darstellt. In einer Video-Botschaft richtet er sich an die Supermarkt-Kette.

Berlin - Kaufland positioniert sich in Sachen Umweltschutz und setzt neuerdings auf blaue Kassenbons. Im Gegensatz zu den weißen Einkaufszetteln bestehen diese aus umweltfreundlichem Thermopapier. Während das weiße Papier aufgrund einer darin enthaltenen Chemikalie als gesundheitsschädlich gilt, soll der blaue Bon unbedenklich sein - und kann obendrauf im Altpapier entsorgt werden. Bei Kunden stößt die Neuerung jedoch nicht nur auf Zustimmung.

„Bei Nässe erweist sich der Bon als sehr riss-empfindlich“, schrieb kürzlich ein Nutzer auf der Facebook-Seite von Kaufland. „Und man bekommt schwarze Finger vom Abrieb der sich auflösenden Farbe.“ Zudem bereite ihm der niedrige Kontrastunterschied zwischen Schrift und Hintergrund bei der Leserlichkeit Probleme. Ein anderer Kunde ging jetzt noch weiter und stellte Kauflands Beitrag zur Umwelt infrage.

Kaufland-Kunde empört: „So viel zum grünen Fußabdruck!“

„Liebes Kaufland Team“, richtet sich der verärgerte Kunde auf Facebook an das Unternehmen. „Ihr schafft Kassenbons, die angeblich für die Umwelt besser sind - für den Endkunden gleichen sie einer Katastrophe.“ Gleichzeitig beobachtete er auf einem Parkdeck von Kaufland in Berlin-Schöneberg, dass dort mitten am Tag bei Sonnenschein und 32 Grad die Parkhaus-Laternen hell erleuchtet waren - was er eindrücklich in einem Video dokumentierte:

Dass Kaufland auf der einen Seite umweltfreundlich sein will, andererseits aber ein Parkhaus tagsüber beleuchtet, ist dem Kunden schleierhaft. Deshalb bittet er das Unternehmen: „Könnt ihr nicht einfach normale Bons benutzen und diese sinnlosen Lampen, von denen massige einstehen und jede Ecke beleuchten, einfach mal mit einer Zeitschaltuhr oder ähnlichem versehen? So viel zum grünen Fußabdruck.“

Kaufland und Co. : Immer wieder stehen Supermärkte wegen „Greenwashing“ in der Kritik

Einen Beitrag für den Umweltschutz zu leisten, ist heutzutage enorm wichtig für Unternehmen. Das wird nicht zuletzt durch Kampagnen von Supermärkten deutlich, die mit nachhaltigen Produkten werben oder Projekte für die Umwelt unterstützen. Auch führten Kaufland und Lidl kürzlich eine Kennzeichnung auf ihren Produkten ein, die Inhaltsstoffe transparenter macht. Das Ziel: Verbraucher sollen dadurch gesunde Produkte schneller identifizieren können.

Derartige Kampagnen und Projekten rufen häufig jedoch auch Anschuldigungen von „Greenwashing“ hervor. Da insbesondere Discounter mit ihrer Billigpreis-Politik immer wieder wegen Tier- und Klimaschutz in der Kritik stehen, liegt die Vermutung nahe, dass Kampagnen zum Umweltschutz häufig nur dem schönen Schein dienen.

Kaufland nahm sich die Kritik des Kunden auf Facebook indes zu Herzen: „Es tut uns sehr leid, dass dir - berechtigt - die Lichtsituation in der Filiale nicht so gut gefällt.“ Die Supermarkt-Kette versprach, das Feedback an das Kundenmanagement weiterzugeben, welches sich dann darum kümmern werde.

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