Traditionelles Anbaden

Karlsruher Sonnenbad eröffnet Freibadsaison und erntet Kritik - „Hier werden Superspreader-Events abgefeiert“

Besucher des Freibads „Sonnenbad“ springen zur Eröffnung des Freibads in das Wasser des Beckens.
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Sichtlich gut gelaunt sprangen die ersten Besucher des Karlsruher Sonnenbads ins warme Wasser.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Unter dem Motto „wer draußen schwimmt, bleibt fit“ hat ein Karlsruher Freibad am vergangenen Wochenende seine Türen für die Besucher geöffnet. 50 Wasserratten stürmten das Außenbecken.

Karlsruhe - Nichts für Weicheier: Als erstes Freibad in Deutschland hat das Karlsruher Sonnenbad am 18. Februar die neue Badesaison eröffnet. Trotz des ungemütlichen Wetters mit trüben Himmel und 12 Grad Außentemperatur trauten sich 50 Badegäste in das frisch eröffnete Außenbecken. Mit bunten Kostümen bekleidet und gut gelaunt sprangen die Unerschrockenen in das 28 Grad warme Wasser.

„Ich habe mich schon lange auf diesen Tag gefreut“, sagte eine Schwimmerin, die bei der Eröffnung dabei war, gegenüber dem SWR. Eine andere ist extra aus Nürnberg angereist und freut sich über das warme Wasser. „28 Grad - das ist viel wärmer als im Meer in Ägypten, wo ich vor einer Woche war“, sagte sie.

Freibad-Sause im Februar: Kritiker schimpfen über das Event in Karlsruhe

Bereits um 10 Uhr morgens sprangen die ersten Badegäste ins Wasser. Den Gang zum Becken traten sie mit Maske an, bevor sie mit Abstand jeweils in Vierergruppen hinein hüpften. Mit bunten Regenschirm-Hütchen auf dem Kopf wirkte das Spektakel beinahe wie eine Motto-Party.

Mit bunten Regenschirm-Hütchen auf dem Kopf, die der Freundeskreis des Sonnenbades verteilt hatte, schwammen die Besucher im Becken.

Während einige Menschen das feucht-fröhliche Event positiv aufnahmen, reagierten andere schockiert. „Unfassbar und völlig verantwortungslos“, kommentierte ein Facebook-Nutzer unter dem Video zur Eröffnung vom SWR. „Wir sind mitten in einer Pandemie und hier werden Superspreader-Events abgefeiert.“ Anstatt Zuspruch erntete der Verfasser jedoch Gegenwind - zahlreiche Nutzer fanden seinen Vorwurf übertrieben. „Bleib doch Zuhause eingesperrt, andere haben ihren Spaß“, erwiderte zum Beispiel jemand. Eine andere meint: „Keine Angst, die sind alle 2G plus.“

Traditionelles Anbaden: Nach einem Jahr Pause wieder am Start

Während das Netz sich gespalten über die frühe Freibaderöffnung zeigt, sprach der Karlsruher Bäderchef Oliver Sternagel gegenüber dem SWR von einem „happy day“: „Man hat nur glückliche Menschen um sich“. Im vergangenen Jahr musste das traditionelle Anbaden wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg noch ausfallen.

Das Karlsruher Sonnenbad ist nach Angaben der städtischen Bädergesellschaft das einzige Freibad, das von Ende Februar bis zum ersten Advent geöffnet hat. Am Eröffnungstag war der Eintritt frei. Damit das Planschen, Baden oder Schwimmen auch bei Kälte Spaß macht, wird das Wasser je nach Wetterlage auch in der kommenden Zeit aufgeheizt. Bis Anfang Mai und ab Mitte September ist dafür allerdings ein Heizkostenzuschlag in Höhe von 1,50 Euro zum Eintrittspreis (4,50 Euro) fällig.

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