Dauergast in Östringen

Storch lebt seit Jahren auf Parkplatz von Supermarkt - und hilft sogar den Kunden

Ein Storch mit ausgebreiteten Flügeln steht auf einem Dach
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Auf einem Supermarktparkplatz in Östringen fühlt sich Storch Ali besonders wohl (Symbolbild).
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Storch Ali ist in Östringen ein wahrer Publikumsmagnet. Jeden Tag landet der Vogel auf dem Parkplatz des örtlichen Supermarktes. Denn hier geht es ihm richtig gut.

Östringen - Die Zahl der Störche in Baden-Württemberg steigt von Jahr zu Jahr an. Ende der 70er Jahre war der Storch im Land mit nur 15 Brutpaaren beinahe verschwunden. Durch aktive Wiederansiedlung des Weißstorchs in vielen Regionen Baden-Württembergs ist er inzwischen kein seltener Anblick mehr. In Östringen im Kreis Karlsruhe kann man dem großen Vogel besonders nah kommen: Seit drei Jahren lebt ein Storch auf dem Parkplatz des örtlichen Supermarkts. Dort fühlt er sich erstaunlich wohl - und kommt daher täglich wieder.

Wie der SWR berichtet, ist der Klapperstorch in Östringen mittlerweile ein wahrer Publikumsmagnet. Als „Ali“ ist der Vogel im ganzen Ort bekannt. Zu seinem Namen kam er durch einen menschlichen Ali, den Betreiber eines kleinen Schlüsseldienstes direkt nebenan.

Jeden Tag landet der Storch auf dem Parkplatz. Dort läuft er vor den geparkten Autos auf und ab, besucht die kleine Imbissbude oder begleitet Einkäufer von ihren Autos zum Supermarkt und zurück. Zur Imbissbude geht Ali besonders gern, denn dort bekommt er rohes Hühnerfleisch verfüttert. Auch wenn die Stadt dazu aufgerufen hatte, das nicht zu tun - die Östringer können es nicht lassen. Doch nicht bei allen kommt der Supermarktstorch gut an. Manche Kunden finden, er gehöre nicht hier her. „Der bekommt Futter hier, das nicht für ihn gedacht ist“, meint eine Supermarktkundin.

Supermarkt-Storch Ali: Tierschützer konnten ihn bisher nicht einfangen

Wo Ali herkommt und was ihn ursprünglich auf den Supermarktparkplatz gelockt hat, weiß niemand so genau.
Aber auch im benachbarten Freibad scheint es ihm zu gefallen, dort wurde er ebenfalls schon mehrmals gesichtet. Tierschützer hatten schon mehrmals versucht, Ali einzufangen - doch ohne Erfolg. Mehr Glück hatten da Tierschützer in Ditzingen: Hier fangen Freiwillige mehrmals im Jahr streunende Katzen ein, um sie zu impfen und zu kastrieren. Die Stadt Ditzingen hat sogar ein Katzenschutzgesetz erlassen, um der Situation Herr zu werden.

So leicht wie die Vierbeiner lässt sich Ali allerdings nicht einfangen. Und vertreiben schon gar nicht. Solange die Menschen ihn füttern, kommt er immer wieder, meint auch Storchenexperte Hans Bernd Bauer gegenüber dem SWR. Das ist den Östringern nur recht: Sie lieben ihren Supermarktstorch Ali!

Außerdem hat der Vogel auch einen positiven Effekt auf den örtlichen Verkehr: Autos fahren langsamer, um einen Blick auf Ali werfen zu können. Wolfgang Braunecker, Hauptamtsleiter der Stadt Östringen, sieht laut dem SWR in Ali auch eine Art Werbeträger für seine Stadt. So einen Supermarktstorch habe ja sonst niemand.

In Baden-Württemberg könnte man bald noch anderen Wildtieren öfter begegnen. Eine Raubkatze erobert sich ihren Lebensraum zurück: Baden-Württemberg will künftig Luchse ansiedeln.

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