Schwachstellen im Online-Banking

Auch in Baden-Württemberg: Cyber-Kriminelle heben insgesamt fast 800.000 Euro von ahnungslosen Bankkunden ab

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Cyber-Kriminelle haben im vergangenen Jahr fast 800.000 Euro mit Computerbetrug erbeutet. Drei der Täter wurden jetzt vor dem Landgericht in Landau angeklagt.

  • Cyber-Kriminelle haben letztes Jahr fast 800.000 Euro durch Computerbetrug erbeutet.
  • Die drei Täter hoben auch von einer Firma aus dem Raum Karlsruhe Geld ab.
  • Jetzt sind die drei Kriminellen vor dem Landgericht in Landau angeklagt, ihre Mittäter werden noch gesucht.

Landau/Karlsruhe - Um an Geld zu kommen, lassen sich Betrüger und Kriminelle immer wieder neue Methoden einfallen. Mitte Mai hatten in Böblingen falsche Handwerker versucht, eine 28-Jährige abzuzocken. Doch die Frau durchschaute die Kriminellen und stellte ihnen eine Falle, sodass sie überführt werden konnten. Zu einer noch übleren Masche griffen zwei Kriminelle Mitte Juni in Stuttgart. Das scheinbar nette Paar bot einer älteren Dame in Stuttgart Hilfe an - und forderte dann Geld von ihr. Sie drohten der Frau sogar mit einem Messer und flohen anschließend.

Eine ganz andere Betrugsmasche wählten hingegen drei Kriminelle aus dem Raum Landau und Mannheim. Sie erbeuteten fast 800.000 Euro mit Computerbetrug. Dafür hat sie die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz jetzt beim Landgericht in Landau angeklagt.

Schwachstellen des Online-Bankings ausgenutzt: Cyber-Kriminelle erbeuten mit Computerbetrug fast 800.000 Euro

Die drei mutmaßlichen Täter im Alter von 23, 26 und 28 Jahren sind nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wohl Teil einer Bande, weshalb auch nach wie vor nach ihren Mittätern gesucht wird. Die hohe Geldsumme hoben die Cyber-Kriminellen von ahnungslosen Bankkunden ab. Damit erbeuteten sie fast 800.000 Euro.

Computerbetrug: Hacker konnten über Schwachstellen beim Online-Banking fast 800.000 Euro erbeuten.

Ein Großteil der Summe kam dabei von zwei einzelnen Konten. Eine Firma im Raum Karlsruhe erleichterten die Täter um 380.000 Euro, einen Mann aus Hessen um 254.000 Euro. Insgesamt sind die Cyber-Kriminellen in zwölf Fällen angeklagt. Möglich machte den Computerbetrug das, was viele Bankkunden fürchten: Schwachstellen des Online-Bankings.

Dabei erbeuteten die Täter zunächst über gefälschte Webseiten die Online-Zugangsdaten der Bankkunden. Auf die Webseiten gelangen die Bankkunden über so genannte „Phishing-Mails“, die von den Betrügern verschickt werden. Der entscheidende Erfolgsfaktor für den Computerbetrug war allerdings nur dann gegeben, wenn die Kunden das sogenannte mTAN- oder Push-TAN-Verfahren nutzten, um Überweisungen zu autorisieren. Die Cyber-Kriminellen nutzten danach „SIM-Karten-Kloning“, das heißt sie registrierten eine neue SIM-Karte auf die hinterlegte vorhandene Rufnummer - und konnten damit selbst Überweisungen autorisieren, ohne dass der Bankkunde davon erfuhr.

Computerbetrug in Baden-Württemberg und Hessen: Die drei Cyber-Kriminellen sitzen in Untersuchungshaft

Weil ihre Betrugsmasche am Ende doch aufflog, sitzen die drei mutmaßlichen Täter jetzt in Untersuchungshaft. Den Cyber-Kriminellen wird in der Anklage vorgeworfen, für ihren Beitrag jeweils einen Anteil von 20 Prozent aus der Beute erhalten zu haben. Mit welchen Strafen die drei Männer rechnen müssen, geht aus der Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz nicht hervor.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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