Rhein-Neckar-Kreis

Kampfstoff-Fund in Hockenheim: Paar aus Baden-Württemberg findet gefährliches Objekt aus dem Bürgerkrieg in Jugoslawien

Eine Handgranate des Modells M52 aus dem ehemaligen Jugoslawien wird auf einer Pressekonferenz gezeigt.
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Kampfstoff-Fund: Paar findet Handgranate in Hockenheim (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Bei einem Besuch am Baggersee in Hockenheim fand ein junges Paar einen explosiven Kampfstoff aus dem Bürgerkrieg in Jugoslawien. Sie alarmierten die Polizei und den Kampfmittelräumdienst.

  • Ein junges Paar entdeckte einen Kampfstoff am Ufer des Hockenheimer Baggersees.
  • Die entdeckte Handgranate stammt mutmaßlich aus dem Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien. Sie erhielt noch Sprengstoff, der Zünder fehlte jedoch.
  • Baden-Württemberg unterschrieb erst kürzlich einen Vertrag, um zusammen mit Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gegen gefährliche Kampfstoffe vorzugehen.

Hockenheim - Ein junges Paar entdeckte am Mittwoch gegen 19:30 Uhr einen Kampfstoff am Ufer eines Baggersees in Hockenheim (Rhein-Neckar-Kreis). Bei dem Objekt handelte es sich nach Polizeiangaben um eine Handgranate aus dem Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien. Das Paar alarmierte die Polizei. Die Polizei Hockenheim begutachtete das gefundene Objekt zunächst und verständigte anschließend den Kampfmittelräumdienst.

Dieser Dienst ist zuständig für gewahrsamslos gewordene Kampfstoffe wie Granaten, Bomben oder Munition. „Gewahrsamlos“ heißt in diesem Fall, dass die Objekte nicht ordentlich gelagert, sondern beispielsweise vergraben oder versenkt wurden. Die Organisation ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. Für ganz Baden-Württemberg ist das Regierungspräsidium der Landeshauptstadt Stuttgart zuständig. Die Untersuchung der in Hockenheim gefundenen Handgranate ergab, dass sie noch immer Sprengstoff enthielt. Der Zünder fehlte jedoch. Zur weiteren Untersuchung transportierten die Spezialisten die Granate unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen ab.

Kampfstoff-Fund in Hockenheim: Baden-Württemberg will gegen gefährliche Stoffe vorgehen

Das Land Baden-Württemberg ist sich der Gefahr durch gefährliche Kampfstoffe bewusst und will zukünftig verstärkt dagegen vorgehen. Innenminister Thomas Strobl unterschrieb mit den Innenministern von Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland eine Vereinbarung auf der Innenministerkonferenz in Erfurt. Ein gegenseitiger Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den Bundesländern soll gewährleisten, die Einsatzkräfte besser auf Kampfstoff-Einsätze vorzubereiten.

Ziel der Vereinbarung ist vor allem die Vorbereitung auf Einsätze mit chemischen, biologischen, radiologischen, nuklearen oder explosiven Kampfstoffen - wie beispielsweise Granaten. „Nur wenn unsere Einsatzkräfte gut vorbereitet sind, können wir schwerwiegende Schäden verhindern. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintritt, ist nicht hoch und wir hoffen, dass der Fall nie eintritt – aber falls doch, müssen wir bestmöglich gerüstet sein“, sagte Thomas Strobl.

Bereits Anfang Mai fanden Arbeiter auf einer Baustelle in Sindelfingen (Kreis Böblingen) eine Phosphorbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Fund des Kampfstoffs löste ein Großaufgebot aus Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst aus. Auch in diesem Fall konnte der Kampfmittelräumdienst die Bombe sicher abtransportieren. Der Fund der Bombe aus der Nazi-Zeit geschah ausgerechnet kurz vor dem 08. Mai. Der 08. Mai 2020 war der Jahrestag der Kapitulation der Wehrmacht vor 75 Jahren. Auch in Stuttgart feierten die Menschen den Tag der Befreiung.

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