Markgräferland

Schwer bewaffnet? Niedrig fliegender Kampfjet versetzt Gemeinde bei Freiburg in Angst

Bei diesem Kampfflugzeug handelt es sich nicht um einen Tornado, sondern um einen Eurofighter.
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Kampfflugzeug über Müllheim: Tornado der Bundeswehr sorgt für Rätselraten (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Vor einer Woche löste ein lautes Grollen über Müllheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) ein Rätselraten aus. Inzwischen ist geklärt, was den Krach über der Stadt verursacht hatte.

  • Am Montag vor einer Woche hörten Anwohner und die Lokalredaktion der Badischen Zeitung ein lautes Donnern über Müllheim.
  • Eine Autorin der Zeitung beschäftigte sich mit dem mutmaßlichen Kampfflugzeug über Müllheim.
  • Nach Spekulationen und Vermutungen in den sozialen Medien ist inzwischen geklärt, was das ohrenbetäubende Geräusch über der Stadt im Markgräferland verursacht hatte.

Müllheim - Am Montag vor einer Woche hörten Anwohner ein mutmaßliches Kampfflugzeug über Müllheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald). Auch die in der Stadt ansässige Lokalredaktion der Badischen Zeitung (BZ) berichtete von einem lauten Grollen. Das ohrenbetäubende Geräusch über der Stadt im Markgräferland führte schnell zu allerhand Spekulationen in den sozialen Medien. Inzwischen ist der Ursprung der Geräusche geklärt. Bis dahin hatte sich eine Autorin der Zeitung mit dem Ursprung des Grollens beschäftigt.

„In der BZ-Redaktion Müllheim zieht die Belegschaft ihre Köpfe ein“, beschreibt die Autorin der BZ den Vorfall am vergangenen Montag. Die Fenster seien offen gewesen und das Grollen sei in Sekundenschnelle näher gekommen. In den sozialen Medien löste die ungewöhnliche Wahrnehmung über der Stadt eine Reihe von Spekulationen aus. Es sei ein Militärjet gewesen, das ein Flugzeug ohne Funkkontakt abgewehrt habe. Das vermeintliche Kampfflugzeug über Müllheim sei schwer bewaffnet gewesen, heißt es dort nach Angaben der BZ. Auch mutmaßliche Verbindungen zu der Deutsch-Französischen Brigade wurden gezogen. Erst über eine Woche später erhält die Redaktion der BZ in Müllheim genauere Informationen.

Kampfflugzeug über Müllheim: Tornado der Bundeswehr fegt 300 Meter über der Stadt hinweg

Der Auslöser für den ohrenbetäubenden Lärm ist inzwischen aufgeklärt. Es habe sich um einen Tornado der Bundeswehr gehandelt. Das Kampfflugzeug in Müllheim sei etwa 300 Meter über die Stadt hinweggefegt, erklärte eine Sprecherin des Luftfahrtamtes der Bundeswehr in Köln in einer Mitteilung an die BZ. Ein Tornado ist ein zweisitziges militärisches Kampfflugzeug, das von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelt wurde. „Im reinen Sichtflug und bei manueller Steuerung kann die Flughöhe bis auf 30 Meter weiter verringert werden", schreibt die Bundeswehr auf ihrer offiziellen Website. Laut der BZ wertete das Luftfahrtamt Radardaten des 20. Juli aus und entdeckte den Tornado über Müllheim. Geklärt war bis zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht, warum der Militärjet auf so niedriger Höhe über die Stadt im Markgräferland flog.

Kampfflugzeug über Müllheim: Tornado war auf einem Routineübungsflug

Auf Nachfrage der BZ erklärte die Sprecherin des Luftfahrtamts den Grund, warum das Kampfflugzeug über Müllheim fegte. Der Tornado sei bei einem Routineübungsflug auf der Höhe von 300 Metern unterwegs gewesen. Bei Flügen über Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern müsse eine Mindesthöhe von grob 600 Metern über dem Boden eingehalten werden. Die Stadt Müllheim hat knapp über 19.000 Einwohner. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum der Kampfjet so niedrig über die Stadt flog. „Selbstverständlich wird dabei versucht, bewohnte Gebiete nicht zu überfliegen“, sagte die Sprecherin der Bundeswehr. „Aber die dicht besiedelte Bundesrepublik setzt diesem Vorhaben neben den gesetzlichen und flugbetrieblichen Regelungen enge Grenzen".

Auch die Spekulation, das Kampfflugzeug über Müllheim sei bewaffnet gewesen, kann die BZ-Autorin durch Angaben der Bundeswehr widerlegen. „Oftmals werden Außentanks oder die Aufnahmepunkte für eine mögliche Bewaffnung unterhalb der Tragflächen für eine Bewaffnung gehalten“, sagte die Sprecherin der Bundeswehr in Köln gegenüber der Zeitung.

Auch ein mysteriöses Flugobjekt über Waiblingen führte zu einem großen Rätselraten. Die Polizei erhielt mehrere Meldungen. Anwohner meldeten eine ungewöhnliche Sichtung über der Stadt. Auch Polizeibeamte sahen das angebliche UFO über dem Polizeirevier. Die Polizei Waiblingen ging davon aus, dass es sich bei der Sichtung um eine Drohne oder eine Drohnenschar handelte. Ein Zeuge behauptete allerdings, es sei ein Flugdrache gewesen. Sicher ist jedoch, dass es sich nicht wie in Müllheim um ein Kampfflugzeug handelte. Das angebliche UFO über Waiblingen schwebte in langsamem Tempo mehrere Stunden über der Stadt.

Ende Juli versetzte ein Bundeswehr-Projekt in Baden-Württemberg die Bevölkerung in Angst. Der Standortübungsplatz bei Villingen-Schwenningen soll erweitert werden, dadurch würden sowohl ein Naturschutzprojekt, als auch eine Nachsorgeklinik für Kinder in Mitleidenschaft gezogen. Die anliegenden Gemeinden wehren sich entsprechend vehement gegen das Vorhaben.

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