Polit-Gipfel im Vergnügungspark

16 Innenminister tagen im Europapark - sie rechneten nicht damit, dass er geöffnet ist

Innenminister Thomas Strobl aus Baden-Württemberg.
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Die 16 Innenminister der Bundesländer tagen im Europapark, darunter auch Innenminister Thomas Strobl aus Baden-Württemberg.
  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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Drei Tage lang findet ein Treffen der Landesinnenminister im Europapark statt. Für die „normalen“ Besucher bedeutet die Konferenz einige Einschränkungen.

Rust - Lange standen die Achterbahnen im größten Freizeitpark Deutschlands still. Nach einer langen Corona-Pause öffnete der Europapark am 21. Mai wieder seine Türen. Bereits am Eröffnungstag war der Andrang riesig: 50.000 Gäste wollten in den Europapark. Allerdings wurden sie bei der Ticketvergabe enttäuscht. Nach dem geltenden Corona-Konzept durften nur maximal 3.000 Besucher in den Park.

Der Europapark erfreut sich indes nicht nur bei den Bürgern wieder einer großen Nachfrage, nachdem die Inzidenzzahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg zurückgegangen sind. Auch Politiker kommen öfter in den Vergnügungspark - allerdings weniger, um sich auf den Achterbahnen zu amüsieren als zu politischen Zwecken. In den Konferenzräumen der Hotels trifft sich seit Jahren auch die Polit-Prominenz. Bundeskanzlerin Angela Merkel war beispielsweise einst mit einer CDU-Delegation zu Gast. Selbst EU-Politiker, wie etwa der ehemalige Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, besuchten den Park für Konferenzen.

Im Europapark wird die Organisation ein Kraftakt für die Verantwortlichen

In diesem Monat steht nun wieder ein Polit-Treffen im Europapark an. Wie der Schwarzwälder Bote berichtet, kommen vom 16. bis zum 18. Juni drei Tage lang die Innenminister aller 16 Bundesländer zusammen, um im Hotel-Ressort des Parks zu konferieren. Die sogenannte Innenministerkonferenz findet seit 1954 jährlich in einem anderen Bundesland statt. In diesem Jahr ist der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl mit der Ausrichtung an der Reihe.

Schon jetzt steht fest: Die Organisation wird ein Kraftakt. Zum einen, weil das Treffen bereits geplant war, bevor überhaupt feststand, dass wieder Besucher in den Park können. Hinzu kommen darüber hinaus die ohnehin bestehenden Corona-Einschränkungen. „Als das Treffen geplant war, war noch nicht abzusehen, dass der Europapark bis dahin wieder geöffnet ist. Mittlerweile steppt da wieder der Bär. Das ist natürlich schön, aber auch eine zusätzliche Herausforderung“, sagt Mirko Masen, der Leiter der Stabsstelle des Bürgermeisters in Rust, gegenüber dem Schwarzwälder Boten.

Europapark erwartet 100 zusätzliche Personen an den Konferenztagen

Insgesamt werden rund 100 zusätzliche Personen erwartet, die mit der Innenministerkonferenz in Verbindung stehen. Zum Schutz der Politiker wird dabei ein Sicherheitsteam, das aus mehreren Dutzend Einsatzkräften bestehen soll, im Europapark präsent sein. Die meisten Teilnehmer werden über den Luftweg anreisen. Deshalb wird in der Gemeinde Rust ein Hubschrauberplatz eingerichtet werden. Der ein oder andere Innenminister werde zudem womöglich mit einer Chartermaschine auf dem Lahrer Flugplatz landen, so ein Sprecher des Innenministeriums gegenüber dem Schwarzwälder Boten.

Besucher könnten an diesen Tagen dem einen oder anderen Politiker über den Weg laufen - unter anderem wird auch Bundesinnenminister Horst Seehofer erwartet. „Die Innenminister werden sich an den drei Tagen im gesamten Europapark-Resort bewegen“, erklärt Mirko Masen. Die Verantwortlichen des Europaparks hätten ein „ausgeklügeltes Konzept“ erarbeitet, um die „normalen“ Gäste der Hotels und die Politiker in Einklang zu bekommen.

Europapark im Rust: Auch Anwohner müssen mit Einschränkungen rechnen

Aber auch die Menschen vor Ort und Anwohner müssen mit Einschränkungen rechnen. Vor allem der Verkehr wird betroffen sein. Zeitweise Straßensperrungen seien wohl nicht zu vermeiden, so Mirko Masen. Die Gemeinde werden aber für Umfahrungsmöglichkeiten sorgen.

Zudem wird es auch Demonstrationen geben. Die „Seebrücke“ - eine Aktionsgruppe, die sich für Geflüchtete einsetzt - hat eine Kundgebung bereits angekündigt. Andere können noch bis 48 Stunden vor Beginn des Polit-Gipfels angemeldet werden.

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