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„Ein Traum“: Die erste große Tiny-House-Siedlung in Baden-Württemberg kommt

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Von: Julia Hawener

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Ein Dorf im Miniaturformat
In Mehlmeisel im Fichtelgebirge gibt es bereits ein kleines Tiny-House „Dorf“. Nun soll in Baden-Württemberg ein großes Quartier entstehen. © dpa/Nicolas Armer

Winzige Eigenheime, sogenannte Tiny-Houses, sind schon seit Jahren im Trend. Nun entsteht in einer Gemeinde das erste große Quartier für die Mini-Häuser in Baden-Württemberg.

Burgrieden-Rot - Schlafen, Essen, Wohnen, Kochen, Duschen - und das alles auf nur knapp 40 Quadratmetern. In kleinen Wohnungen in Großstädten stellt das häufig den Kompromiss für die geringere Miete dar. Für Besitzer von sogenannten Tiny-Houses bedeutet es hingegen die Erfüllung des Traums vom Eigenheim. Der Trend der Mini-Häuser schwappte bereits vor einigen Jahren aus Amerika nach Deutschland und erfreut sich seitdem auch in Baden-Württemberg großer Beliebtheit. So baut etwa ein Start-up aus Stuttgart Mini-Eigenheime zum Mitnehmen. Und schon bald gibt es im Ländle erstmals sogar ein eigenes großes Quartier für die kleinen Häuschen.

In einer 4200-Einwohner-Gemeinde im Kreis Biberach soll die größte Tiny-House-Siedlung in ganz Baden-Württemberg entstehen. In Planung ist das Projekt in Burgrieden zwar schon seit drei Jahren und auch der Baubeginn sollte eigentlich schon im Herbst dieses Jahres sein. Doch es fehlten nötige Freigaben und der Flächennutzungsplan musste angepasst werden. Nun ist jedoch alles in trockenen Tüchern und auch der Gemeinderat hat in einer Sondersitzung dem Bau mit großer Mehrheit zugestimmt, wie der SWR berichtet.

Bereits viele Interessenten für die erste große Tiny-House-Siedlung in Baden-Württemberg

Damit steht dem Mini-Haus-Quartier auf einer Fläche von 1,2 Hektar also nichts mehr im Weg. 25 Grundstücke sind im Ortsteil Rot in der Nähe der Zentren Ulm, Biberach und Laupheim geplant. Alle entstehenden Häuser sind aus nachhaltigem und recyclebarem Material wie Holz und die meisten zudem eingeschossig, steht auf der Webseite des Projekts. Sollten Besitzer eines Tages aus dem Quartier wegziehen wollen, könnten sie die transportfähigen Mini-Häuser, die nicht größer als 50 Quadratmeter sein sollen, einfach mitnehmen.

Im Netz sind die User begeistert von dem Projekt. Vor allem auch mit Blick auf die Wohnraumsituation im Südwesten. „Oha, das wäre ein Traum“, schreibt etwa eine Frau. „Finde ich gut. Bei den Immobilienpreisen eine Alternative“, kommentiert eine andere Nutzerin. Diese Begeisterung über die Siedlung macht sich auch bei den Initiatoren, einer Holzhaus-Manufaktur aus Gutenzell und einem Planungsbüro aus Biberach, bemerkbar: Die Nachfrage nach den minimalistischen Häuschen ist hoch. Bereits 50 Interessenten hätten sich für ein Plätzchen in dem Quartier gemeldet, wie der SWR berichtet.

Tiny-House-Siedlung in Burgrieden als nachhaltiges Vorzeigeprojekt

Anders als in vielen anderen Ländern müssen Tiny-Houses in Deutschland, wenn sie als Wohnsitz genutzt werden, auf einem Grundstück stehen, das ans öffentliche Straßen- und Versorgungsnetz für Strom und Wasser angeschlossen ist. Bei der Siedlung in Burgrieden ist das der Fall. Trotzdem wird das Thema Nachhaltigkeit in dem Quartier großgeschrieben. So sollen laut der Projektseite Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, sowie ein Wasserverwertungssystem den ökologischen Fußabdruck der Bewohner verringern.

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