Corona-Impfung

Impfquoten in BW: Welche Städte beim Impfen vorn liegen - und wo es kaum vorangeht

Eine junge Frau lässt sich in der Revolte-Bar im Berliner Bezirk Friedrichshain mit dem Impfstoff Johnson & Johnson impfen.
+
Die Corona-Impfungen gehen in manchen Landkreisen nur schleppend voran (Symbolbild).
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
    schließen

Das Land hat die Impfquoten in Baden-Württemberg veröffentlicht. Wo im Südwesten ist am meisten, wo am wenigsten gegen das Coronavirus geimpft worden? Die aktuellsten Zahlen zeigen es.

Stuttgart - Rund elf Millionen Menschen leben im Südwesten. Knapp die Hälfte davon ist bereits zumindest einmal gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg geimpft worden: 5.268.129 Millionen Bürger bekamen laut den Zahlen des Robert-Koch-Instituts bis zum 13. Juni einen Piks. Davon erhielten bereits rund 2,9 Millionen Menschen bereits ihre Zweitimpfung, für die mittlerweile auch der digitale Impfpass in Baden-Württemberg verfügbar ist.

Viel mehr war bis vor kurzem zu den Impfungen im Südwesten allerdings nicht bekannt. Wie sich die Impfungen im Land verteilen, ob es Unterschiede zwischen Land und Stadt gibt, welche Landkreise bisher am schnellsten voranschreiten und wo es noch hapert - all diese Informationen waren lange nicht öffentlich.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Landkreis Emmendingen Spitzenplatz bei Erstimpfungen

Mittlerweile hat das Land Baden-Württemberg die Corona-Impfquoten veröffentlicht. Aus der Impfquoten-Liste mit den insgesamt 44 Stadt- und Landkreisen geht hervor, welche Kreise bisher wie viele Erst- und Zweitimpfungen vorgenommen haben. Auffällig ist an den aktuellsten Daten vom 6. Juni die Kluft, die zwischen einzelnen Regionen liegt.

Spitzenreiter bei den Erstimpfungen ist bisher der Landkreis Emmendingen, wo schon 52,8 Prozent der Einwohner mindestens eine Impfung erhalten haben. Dicht gefolgt wird Emmendingen vom Stadtkreis Freiburg (51,5 Prozent), Baden-Baden und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald (beide jeweils 50,9 Prozent). Bei den Zweitimpfungen ist Freiburg an der Spitze. 27,8 Prozent der Bevölkerung sind dort bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Auf Baden-Baden (26,4 Prozent) folgen Emmendingen und Tübingen mit jeweils 26,2 Prozent.

Coronavirus in Baden-Württemberg: In Pforzheim sind 14,2 Prozent der Einwohner vollständig geimpft

Im Vergleich dazu gibt es Kreise, in denen die durchschnittliche Erstimpfungsquote im Land - die 43,5 Prozent beträgt - deutlich unterschritten wird. Schlusslicht ist der Stadtkreis Pforzheim, wo gerade einmal 32,5 Prozent der Einwohner eine erste Impfung erhalten haben. In Heilbronn sind es 36,1 Prozent, in Sigmaringen 38,4 Prozent und in Tuttlingen 38,8 Prozent.

Nicht anders verhält es sich bei den Zweitimpfungen. Hier liegt der Landesschnitt bei 20,5 Prozent. In Pforzheim sind dagegen bisher gerade einmal 14,2 Prozent vollständig gegen das Coronavirus geimpft, gefolgt von den Landkreisen Heidenheim und Calw mit jeweils 17,3 Prozent.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Impfquoten zeigten bereits im Mai gravierende Unterschiede

Wie sehr sich die Zahlen in den kommenden Wochen verändern werden, ist unklar. Die Priorisierung bei der Corona-Impfung ist zwar am 7. Juni weggefallen. Dennoch kann sich trotz der Aufhebung der Priorisierung nicht jeder sofort impfen lassen. Impfstoff ist derzeit Mangelware. Wegen des Mangels waren lange kaum Erstimpfungen möglich.

Der zuständige Amtschef Uwe Lahl erklärte bei der Vorstellung der Daten, dass es gewisse „Unschärfen“ bei den Zahlen geben könne. Viele würden etwa zum Impfen vom Land in die Stadt fahren, wo es mehr Ärzte gebe. Das allein erkläre jedoch, „nicht die Unterschiede zwischen den einzelnen Kreisen“, so Lahl. Auch die Bevölkerungszahl, die Impfstoffmengen und die Lage der Zentralen Impfzentren böten keine ausreichende Erklärung.

Bereits im Mai hatte das Sozialministerium eine Übersicht zu den Impfquoten veröffentlicht. Damals standen jedoch nur die Zahlen aus den Impfzentren zur Verfügung, wohingegen dieses Mal auch die Zahlen der niedergelassenen Ärzte und der mobilen Impfteams berücksichtigt wurden. Bei der ersten Impfquoten-Übersicht zeigte sich, dass in sozialen Brennpunkten und Quartieren mit sozial und wirtschaftlich benachteiligter Bevölkerung weniger geimpft wird. Seit mehreren Wochen, so Uwe Lahl, seien deshalb mobile Impfteams unterwegs, um auch die betroffenen Gruppen besser zu erreichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare