Krankenkassenverband warnt

„Der deutscheste aller Gründe“: Netz lacht sich über mögliches Scheitern der Impfpflicht kaputt

Papierstapel in einer Druckerei
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Laut dem Krankenkassenverband GKV mangelt es an Papier, um die Bürger über die Impfpflicht zu informieren.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Der Krankenkassenverband GKV hält die Umsetzung der Impfpflicht für nicht möglich - aufgrund des Papiermangels in Deutschland. Das amüsiert das Netz.

Berlin - Im Bundestag herrscht Uneinigkeit in der Debatte um eine Impfpflicht in Deutschland. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann äußerte bereits erste Zweifel, dass diese umgesetzt werden würde. Das Argument des Krankenkassenverbands GKV, warum eine Umsetzbarkeit der Impfpflicht nicht möglich wäre, sorgt nun für Lacher in den sozialen Medien: Es gibt in Deutschland zu wenig Papier.

Der Krankenkassenverband GKV schreibt, dass es aufgrund akutem Papiermangels nicht möglich sei, die Bürger über die Impfpflicht zu informieren. „Das wären ungefähr 120 Millionen Briefe und da gibt es gewisse logistische Probleme“, sagt Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes. „Und in der Tat auch das Thema – die Menge des verfügbaren Papiers in Deutschland. Es klingt ein bisschen kurios vielleicht, aber ist tatsächlich in dem Zusammenhang auch ein Thema.“

Netz lacht über Papiermangel für die Impfpflicht - „Wer hätte das gedacht“

In der Tat finden die Nutzer in den sozialen Medien die Aussagen des Verbands seltsam und machen sich mit hämischen Kommentaren auf Twitter und Facebook über den angeblichen Papiermangel in Deutschland lustig. „Wer hätte gedacht, dass die Impfpflicht eines Tages aus Papiermangel scheitern würde“, schreibt ein Twitter-Nutzer. „Unfähigkeit nennen wir ab heute Papiermangel“, scherzt ein anderer. Ein User sagt, das Scheitern an der Umsetzbarkeit aufgrund Papiermangels sei „der deutscheste aller Gründe“.

Lustig wird sich vor allem darüber gemacht, dass diese Problematik am besten zum Land passe. „Deutschland - in einem Satz erklärt“, meint ein User oder „Deutschland ist, wenn du jede Woche drei Gratiszeitungen und zehn Werbeprospekte im Briefkasten hast, aber die geplante Impfpflicht wegen Papiermangel nicht umsetzbar ist“, schreibt ein weiterer. Viele fragen auch amüsiert, ob es sich dabei um einen vorzeitigen Aprilscherz handelt.

Eine Aktion der Bundesregierung rund um die Impfdebatte sorgte schon einmal für Kopfschütteln in der Bevölkerung. So lief eine Impfkampagne in Kinos, in die Ungeimpfte gar nicht rein dürfen.

Papierhersteller können Probleme nicht nachvollziehen

Der Branchenverband „Die Papierindustrie“ könne die Argumentation der GKV wie viele im Internet ebenfalls nicht nachvollziehen. „Wir haben von einem unserer Mitgliedsunternehmen die Auskunft bekommen, dass die in der Lage wären, die benötigte Menge an Briefpapier mit einem Vorlauf von acht Wochen zur Verfügung zu stellen“, sagt ein Sprecher gegenüber Deutschlandfunk.de. Ebenso wisse auch ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums nichts über einen akuten Papiermangel.

Tatsächlich gibt es in anderen Bereichen, etwa bei Druckpapieren und speziell beim Zeitungsdruckpapier, einen Mangel. Dies hänge damit zusammen, dass der stationäre Handel momentan stark werben würde, die Hersteller aber in den letzten Jahren die Kapazitäten deutlich heruntergefahren hätten. Dadurch komme es momentan zu Engpässen.

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