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Impfgegner-Protest mit „Judenstern“ in Bruchsal - Antisemitismusbeauftragter Blume: Zeichen der Verrohung

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Ein „Judenstern“ von Heinz-Joachim Aris (Dresden 1941) ist am 22.01.2014 in der neuen Sonderausstellung „Schuhe von Toten - Dresden und die Shoa“ des Militärhistorisches Museum in Dresden (Sachsen) zu sehen.
Impfgegner hängten in Bruchsal „Judensterne“ zu Protestzwecke an die Schaufenster mehrerer Läden (Symbolbild). © Arno Burgi/dpa

Zettel mit „Judenstern“ wurden in Bruchsal an Schaufenstern angebracht. Der Antisemitismusbeauftragte sieht die Verwendung des Symbols als Protest gegen die Impfung als „Zeichen der Verrohung“.

Bruchsal (dpa/lsw) - Wenn Impfgegner den «Judenstern» als Protestmittel nutzen, ist das nach Ansicht des Antisemitismusbeauftragten von Baden-Württemberg ein Zeichen der Verrohung. «Menschen haben gerade durch den langen Frieden und auch den Erfolg früherer Impfkampagnen jedes Maß dafür verloren, was wirkliches Leid ist», sagte Michael Blume den «Badischen Neuesten Nachrichten (Mittwoch). Sie könnten nicht mehr zwischen einer medizinischen Behandlung und Verfolgung differenzieren.

An mehreren Schaufenstern von Einzelhandelsgeschäften in Bruchsal waren Zettel mit der Überschrift «Ungeimpfte sind hier unerwünscht» und einem darunter abgebildeten «Judenstern» angeklebt worden. Die Anspielung auf den im Nationalsozialismus verwendeten «Judenstern» zielt auf die Zwangskennzeichnung für Menschen, die nach den Nürnberger Gesetzen als Juden galten.

Blume sagte, einerseits würden die Opfer des Holocaust verhöhnt – also die Menschen, die wirklich gelitten und den Stern nicht freiwillig getragen haben. Zugleich richte sich die Aktion gegen die Demokratie, gegen den Rechtsstaat, die Medien, die gewählten Politikerinnen und Politiker. «Ihnen wird unterstellt, sie seien die neuen Nazis.»

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