Modekette will investieren

Hugo Boss: Neuer Chef will andere Marken kaufen - „Bin nicht fürs Sparen geholt worden“

Links: Daniel Grieder, neuer Chef von Hugo Boss, rechts: Der Flagship-Outlet von Hugo Boss in der Outlet-City Metzingen.
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Der neue Chef von Hugo Boss, Daniel Grieder, will das schwäbische Modeunternehmen ausbauen und neue Marken kaufen.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Hugo Boss mit Sitz in Metzingen ist eine der bekanntesten deutschen Modemarken. Der neue Chef hat engagierte Pläne für das schwäbische Modeunternehmen und will nicht sparen.

Metzingen - Zur Wirtschaft in Baden-Württemberg gehören mehrere bekannte Marken und Unternehmen. Neben den Autoherstellern Daimler AG und Porsche AG aus der Landeshauptstadt Stuttgart, dem Reinigungsgerätehersteller Kärcher aus Winnenden und der Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) in Neckarsulm, ist auch die Marke Hugo Boss weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Das Modeunternehmen mit Sitz in Metzingen (Kreis Reutlingen) ist eine der bekanntesten deutschen Modemarken.

Mit Daniel Grieder hat die bekannte Modemarke Hugo Boss seit kurzem einen neuen Chef. Der Schweizer war zuvor lange Jahre bei Tommy Hilfiger als Manager angestellt. Von der schwäbischen Zentrale der Modemarke in Metzingen will der neue Chef seine engagierten Pläne für das Unternehmen vorantreiben, wie er im Interview mit dem Manager Magazin sagte. Grieder hat dabei nicht vor, zu sparen, sondern will sogar andere Marken aufkaufen.

Hugo Boss: Wachstum statt Sparplan - „wir müssen auch investieren“, sagt der neue Chef

Der ehemalige Chef von Hugo Boss wollte deutlich am Personal sparen und sogar mehrere Filialen schließen. Daniel Grieder hat jedoch ganz andere Vorstellungen für das schwäbische Modeunternehmen. „Ich bin nicht fürs Sparen geholt worden“, macht er deutlich. „Hier ist in den vergangenen Jahren ja schon viel gespart worden, sodass ich gar nicht wüsste, wo ich ansetzen soll.“ Daimler fährt beispielsweise einen harten Sparkurs, der auch Mitarbeiter trifft. Bei Hugo Boss wolle man dagegen eine Wachstumsstory schreiben, sagte der neue Chef. „Also müssen wir auch investieren.“

Insgesamt will der neue Hugo Boss-Chef 750 Millionen Euro in den Einzelhandel, das Marketing und die Digitalisierung investieren. Das Ziel ist, den Umsatz der Modemarke auf fünf Milliarden Euro mehr als zu verdoppeln. Eben das will der Schweizer Manager durch die Wachstumsstory erreichen. „Wenn wir wachsen, werden wir auch mehr Gewinn erwirtschaften“, sagte Daniel Grieder dem Manager Magazin. Entgegen der Pläne seines Vorgängers will der neue Chef keine Filialen direkt schließen, sondern „Mietverträge nachverhandeln, Flächen verkleinern, uns von unprofitablen Standorten trennen“. Es sollen jedoch auch neue Hugo Boss-Filialen eröffnet werden.

Neuer Hugo Boss-Chef will Modekonglomerat aufbauen und Marken aufkaufen

Das baden-württembergische Modeunternehmen Hugo Boss produziert und verkauft über eigene Ladengeschäfte und den gehobenen Einzelhandel Bekleidung, Lederwaren und Accessoires für Herren, Damen sowie Kinder und vertreibt über Lizenznehmer zudem Heimartikel und Parfüm. Dabei ist die Marke im Premiumsegment anzusiedeln, was einem hohen Preis, aber auch hoher Qualität entspricht. Daniel Grieder plant, aus dem Unternehmen ein Modekonglomerat im Premiumsegment zu machen. „In Europa gibt es im Premiumbereich anders als in den USA noch keine größeren Spieler“, sagte der CEO. „Daher sehe ich hier Potenzial.“

Mit Boss und Hugo hat das Modeunternehmen aus Metzingen gleich zwei bekannte Marken auf dem Markt. Diese sollen jedoch noch weiter ergänzt werden, indem andere aufgekauft werden. Welche Marken zu Hugo Boss passen könnten, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, sage der neue Chef im Interview mit dem Manager Magazin. „Es wäre verfrüht, jetzt schon über Namen zu spekulieren.“

Dennoch ist bei Hugo Boss seit dem Amtsantritt von Daniel Grieder einiges passiert. „Die Stimmung ist großartig, jeder weiß, es geht in eine neue Richtung, wir arbeiten am Comeback und liegen dabei bereits fast ein halbes Jahr vor dem Plan“, sagte der CEO. „Wir haben das Logo neu gestaltet, ins Produkt investiert, das Feedback auf die aktuelle Kollektion ist sehr positiv.“ Wie genau sich der neue Chef der schwäbischen Modemarke die neuen Produkte und den Auftritt von Hugo Boss vorstellt, soll im Dezember zu sehen sein.

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