Elektronische Frühwarnsysteme gefordert

Horror-Unfälle machen Helfern zu schaffen

Das Blaulicht einer Polizeistreife und ein Hinweisschild „Unfall“
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Schwere Verkehrsunfälle können auch für Retter und Helfer eine große seelische Belastung sein (Symbolbild).

Immer wieder kommt es am Walldorfer Kreuz an der Autobahn 5 zu schweren Unfällen. Solche sind auch eine psychische Belastung für die Helfer.

Walldorf (dpa/lsw) - Unfallschwerpunkte wie das Walldorfer Kreuz an der A5 sind auch eine Belastung für die Helfer in den Anrainer-Kommunen. Christiane Staab, ehemalige Bürgermeisterin von Walldorf im Rhein-Neckar-Kreis, weiß das aus Erfahrung. «Wir hatten gefühlt alle paar Tage einen schrecklichen Lkw-Auffahrunfall auf der Autobahn», sagt die CDU-Landtagsabgeordnete. Die freiwillige Feuerwehr habe häufig Schwerverletzte und Tote bergen müssen. «Das war den Leuten nicht mehr zuzumuten.» Deshalb habe sie sich beim Regierungspräsidium Karlsruhe für elektronische Frühwarnsysteme eingesetzt.

Im Jahr 2021 ließen nach Angaben der Initiative «Hellwach mit 80 km/H» 70 Berufskraftfahrer (Vorjahr 48) ihr Leben an Stauenden auf Autobahnen. Die Organisation setzt sich für mehr Sicherheit für die Fahrer ein und will diese und ihre Arbeitgeber auf ein Zehn-Punkte-Programm einschwören.

Auch die Walldorfer Feuerwehr selbst spricht von einer großen Bürde für die freiwilligen Helfer, wenn sie Menschen aus zertrümmerten Führerhäusern holen müssen. «Das gilt für junge Leute wie auch für erfahrene Kräfte», sagt Feuerwehrsachbearbeiter Ralf Hirscher. Früher sei man als Weichei bezeichnet worden, wenn man Gefühle zeigte. Heute seien Seelsorger vor Ort oder nach dem Unfall im Einsatz. «Man wird nicht mehr allein gelassen», resümiert er. Ihm selbst habe ein Lkw-Unfall, bei dem der Fahrer ein Bein verloren hatte, sehr zu schaffen gemacht.

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