Variante der Kreuzotter

Schwarze Kreuzotter: Dieses Geheimnis steckt hinter der giftigen Höllenotter

  • Valentin Betz
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Mit der Hölle haben Kreuzottern eigentlich wenig zu tun. Die Schlangen sind zwar giftig, aber in den meisten Fällen nicht lebensgefährlich. Die Höllenotter im Schwarzwald hat ein anderes Geheimnis, das ihren Namen erklärt.

Schwarzwald - Wer auf einer Wanderung in Baden-Württemberg unterwegs ist, kann mit viel Glück auch Tiere beobachten. Die meisten Naturliebhaber denken dabei wohl an Rehe, Hirsche oder vielleicht sogar einen Fuchs. Schlangen dürften allerdings eher weniger auf der Liste der Tiere stehen, denen Wanderer gerne auf einer Tour begegnen. Dabei kommen sie auch in den natürlichen Sehenswürdigkeiten Baden-Württembergs wie dem Schwarzwald vor.

Wirklich gefährlich können die meisten Reptilien dem Menschen allerdings nicht werden, obwohl es neben der Kreuzotter noch eine Schlange mit giftigerem Biss gibt. Wer im Schwarzwald auf eine Kreuzotter trifft, könnte durchaus verunsichert sein. Denn die Giftschlange hat im Südwesten Deutschlands ein eher unbekanntes Geheimnis.

Die Kreuzotter ist eine von zwei Giftschlangen in Baden-Württemberg.

Schlange im Schwarzwald: Giftige Kreuzotter ist mitunter schwer zu identifizieren

Die Kreuzotter gehört zwar als Viper zu den giftigen Schlangenarten. Wirklich lebensbedrohlich ist ihr Biss in den meisten Fällen aber nicht - es sei denn, er trifft Allergiker oder Kinder. Erst kürzlich kämpfte eine 12-Jährige nach einem Kreuzotter-Biss mit Luftnot. Während das Wandererlebnis für das Mädchen eher traumatisch gewesen sein dürfte, üben Schlangen auf andere eine regelrechte Faszination aus. In Bayern hält ein Mann 40 Kreuzottern in seinem Garten, weil er sie für „einfach tolle Tiere“ hält.

Keine der vielen Reptilien wird dabei wohl gleich aussehen. Denn „die“ Färbung hat eine Kreuzotter nicht, die Schlangen sind optisch variabel. Gemeinsam ist in der Regel aber allen, dass sie eine eher helle Grundfarbe haben und sich darauf eine dunkle Zeichnung absetzt. „Die männliche Kreuzotter ist hellgrau bis ockerfarben und hat ein im starken Kontrast dazu stehendes Zeichnungsmuster“, schreibt der Naturpark Südschwarzwald zu den dort vorkommenden Schlangen. Männliche und weibliche Exemplare haben zudem ein nach vorne offenes „V“ am Kopf. Im Schwarzwald kommt darüber hinaus aber noch eine ganz besondere Färbung vor - die der Kreuzotter-Variante einen unheimlichen Namen eingebracht hat.

Schlangen kommen häufiger in mehreren Farbvarianten, wie hier in Schwarz vor - auch die Kreuzotter (Symbolbild).

Höllenotter: Schlange im Schwarzwald hat besondere Färbung

Ganz allgemein hält sich die Kreuzotter gerne in waldreichen, höheren Lagen des Südschwarzwaldes auf, häufig auch an Moorrändern. Auch die sogenannte Höllenotter, eine Variante der Kreuzotter, liebt Totholzbereiche, wo sie sich verstecken kann. Anders als ihre Artgenossen hat die Höllenotter keine Musterung, sondern ist durch eine „einfarbige, lackschwarze Färbung“ gekennzeichnet. Der Namensgeber fühlte sich bei diesem gefährlichen Anblick wohl an die Unterwelt und deren Bewohner erinnert.

Gefährlicher als die gemusterten Kreuzottern ist die Höllenotter aber nicht. Die schwarze Farbe hat vielmehr mit ihrem Vorkommen in kühleren Lagen des Schwarzwaldes zu tun. Schlangen sind wechselwarme Tiere und müssen ihre Körpertemperatur deshalb mithilfe der Sonne regulieren. Da schwarze Oberflächen Sonnenstrahlen absorbieren und nicht reflektieren, hat die Höllenotter dadurch einen thermischen Vorteil und „kann schneller verdauen und wieder auf die Jagd gehen“, erklärt der Naturpark Südschwarzwald.

Die schwarze Färbung der Höllenotter ist übrigens keine Besonderheit, die nur bei Kreuzottern vorkommt. Den „Melanismus“ kennen viele Zoobesucher wahrscheinlich von Säugetieren wie dem Jaguar, der in seiner schwarzen Variante als „Panther“ bekannt ist. Dank Mutationen kommt es auch zu ungewöhnlichen Tieren wie rosa Grashüpfern (24garten* berichtete). *24garten ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: ©  James Wainscoat/Unsplash

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