Bahnhof in Hockenheim

Vollbremsung mit 140 km/h: ICE kollidiert mit Mülltonne

Auf wichtigen Strecken sollen ICE der Deutschen Bahn künftig alle 30 Minuten fahren - zuerst zwischen Berlin und Hamburg.
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Auf wichtigen Strecken sollen ICE der Deutschen Bahn künftig alle 30 Minuten fahren - zuerst zwischen Berlin und Hamburg.
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Am Donnerstag sorgte im Bahnhof von Hockenheim ein Unfall mit einem ICE der Deutschen Bahn für Aufruhr. Der Zug kollidierte mit einem Mülleimer und einem Einkaufswagen. Verletzt wurde niemand.

  • Ein ICE der Deutschen Bahn kollidierte am Donnerstag mit einem Mülleimer und einem Einkaufswagen.
  • Der Vorfall ereignete sich am Bahnhof in Hockenheim im nordwestlichen Baden-Württemberg.
  • Die Bundespolizei ermittelt nun gegen eine Gruppe Jugendlicher, die die Gegenstände mutmaßlich auf dem Bahngleis platziert haben.

Hockenheim - Im ersten Moment klingen die Ereignisse, die sich am gestrigen Donnerstag im Bahnhof von Hockenheim im nordwestlichen Baden-Württemberg abgespielt haben, wie ein schlechter Witz. Und vermutlich ist er das auch: Ein ICE der Deutschen Bahn soll nicht nur mit einem Einkaufswagen, sondern zusätzlich auch noch mit einer Mülltonne kollidiert sein. Für den neutralen Betrachter klingt diese Meldung erstmal recht kurios. Es handelt sich dabei jedoch um einen „gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr“, wie es in einer Pressemitteilung der Bundespolizei Karlsruhe heute Mittag heißt.

Mit etwa 140 Kilometern pro Stunde soll der ICE der Deutschen Bahn unterwegs gewesen sein, als es zum Aufprall mit den beiden Gegenständen kam. Der Zugführer hatte Mülltonne und Einkaufswagen erst etwa 50 Meter vor dem Crash bemerkt. Wie die Polizei berichtet, habe eine Schnellbremsung für den Zug zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ausgereicht, um rechtzeitig zum Stehen zu kommen. Verletzt wurde zum Glück niemand. Die etwa 150 Passagiere im ICE mussten nach dem Unfall jedoch auf ein anderes Reisemittel umsteigen.

ICE der Deutschen Bahn kollidiert mit Mülleimer und Einkaufswagen - Jugendliche sind schuld

Wie die Bundespolizei Karlsruhe in ihrer Pressemitteilung bekannt gab, lieferte eine Zeugin erste Hinweise auf mehrere Tatverdächtige, die sie dabei beobachtet haben will, wie sie die Mülltonne und den Einkaufswagen auf dem Bahngleis, wo es zum Zusammenstoß mit dem ICE der Deutschen Bahn kam, platziert haben. Da es sich bei dem einen Gegenstand um einen Einkaufswagen handelt, liegt die Vermutung für die Polizei wohl nahe, dass die Täter diesen bei einem der umliegenden Supermärkte gestohlen haben könnten. Nach erster Sichtung der Aufnahmen der Videoüberwachung von diesen, rücke laut Pressemitteilung eine Gruppe Jugendlicher in den Fokus der Beamten.

Unabhängig von dem großen Risiko, dem die Täter die Bahn-Insassen durch ihr fahrlässiges Handeln ausgesetzt haben, sieht sich die Polizei im Zusammenhang mit dem Unfall des ICE der Deutschen Bahn dazu veranlasst, deutlich auf die Gefahren hinzuweisen, die durch das Betreten von Bahngleisen entstehen könnten. Da Geschwindigkeiten oftmals unterschätzt würden, kann ein solcher ordnungswidriger Ausflug aufs Gleisbett im schlimmsten Fall tödliche Folgen haben.

Crash des ICE der Deutschen Bahn: Zeugin beobachtete mutmaßliche Tatverdächtige

Der Zusammenprall des ICE der Deutschen Bahn mit der Mülltonne und dem Einkaufswagen in Hockenheim, war nicht der erste Polizeieinsatz, der sich in diesem Monat auf einem Gleisbett in Baden-Württemberg ereignete. Aus bislang ungeklärten Gründen fuhr Donnerstag vor einer Woche ein brennender Arbeitszug durch das Kinzigtal im Schwarzwald direkt auf Offenburg zu. Erst nach einer Strecke von 25 Kilometern, gelang es den Einsatzkräften das Gefährt zu stoppen. Der Lokführer soll die brennende Bahn unterwegs verlassen haben.

 

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