Gemeinden im Ausnahmezustand

Unwetter in Baden-Württemberg: Wetter-Chaos sorgt für öffentlichen Notstand

Nach dem Unwetter in Nordrhein-Westfalen stehen zwei Lkws unter Wasser.
+
Das Unwetter sorgt in Deutschland für verheerende Schäden, auch im Südwesten (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
    schließen

Das Hochwasser-Drama in Lörrach hat sich in der Nacht zum Freitag zugespitzt. 60 Mal musste die Feuerwehr ausrücken. Ein 17-Jähriger wurde von der Flut in einen Gully gezogen.

Lörrach - Heftige Unwetter in Deutschland bestimmen derzeit die Nachrichtenlage. In Rheinland-Pfalz forderte das verheerende Hochwasser bereits Opfer. Auch in Baden-Württemberg nehmen die Wassermengen zu. Im Stadtgebiet Lörrach hat der Starkregen besonders gewütet. Einzelne Orte sind nicht mehr passierbar und zahlreiche Keller stehen unter Wasser. Die Lörracher Feuerwehr hat deshalb in der Nacht zum Freitag den öffentlichen Notstand ausgerufen.

Ein öffentlicher Notstand ist laut Feuerwehrgesetz ein Naturereignis, das zu einer „Gefahr für das Leben und die Gesundheit von Menschen und Tieren“ führt. Dies ist in Lörrach der Fall: Wie Feuerwehr-Kommandant Manuel Müller gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) erklärte, hätten die Feuerwehrleute gemeinsam mit den Kollegen aus dem benachbarten Inzlingen in der Nacht bis zu 60 Feuerwehreinsätze gehabt.

Hochwasser in Kreis Lörrach: Zahlreiche Keller überflutet, Junge landet im Gully

Laut Angaben des SWR sei gegen zwei Uhr in der Nacht zum Freitag eine konzentrierte Gewitterzelle über Lörrach gezogen. Besonders getroffen worden ist offenbar der Stadtteil Brombach. „Die dortigen Bachläufe entwickelten sich zu einem reißenden Fluss, der zahlreiche Keller und den Ortskern überflutet“, so der SWR.

Auch die Gemeinden Grenzach-Wyhlen und Inzlingen hat die Hochwasser-Flut hart getroffen. Laut Kreisfeuerwehr war Grenzach-Wyhlen zeitweise nicht mehr passierbar, die Gemeinde Inzlingen komplett gesperrt. In der Nacht zum Freitag wütete der Regen in Inzlingen sogar so stark, dass ein 17-jähriger Jugendlicher in einen offenen Gully gesogen wurde. Der Vater des Jungen und ein benachbarter Feuerwehrmann hätten den 17-Jährigen in der lebensgefährlichen Lage noch festhalten können, sagte Kommandant Thomas Muck am Freitag.

Feuerwehrmann schildert Lage: „Müssen 1,5 Meter Schlamm abtransportieren“

Da die Inzlinger Feuerwehr die zahlreichen Einsätze in der Nacht nicht mehr alleine bewältigen konnte, hat die Lörracher Feuerwehr die Einsatzkräfte unterstützt. „Da war wahnsinnig Energie in der Luft“, sagte Kommandant Muck. „Ich bin durch Wasserlachen gefahren, die einen halben Meter tief waren. Mülleimer wurden mir entgegen gespült, Gullys hochgedrückt“, schilderte er. „Da wusste ich schon, was uns erwartet.“ Zwischenzeitlich habe sich die Lage wieder beruhigt. Jedoch müsse die Feuerwehr aus einer unterspülten Fußgängerunterführung noch 1,5 Meter hohen Schlamm abtransportieren.

Besonders schlimme Auswirkungen hat das Unwetter aktuell in NRW, wie die Kollegen unseres Partner-Portals Ruhr24.de* in einem News-Ticker berichten. Dort sind die Überschwemmungen derzeit so heftig, dass ganze Häuser zerstört wurden und Menschen zu Tode kamen. Besonders hart hat der Regen in Deutschland auch die Stadt Altenahr (Landkreis Ahrweiler) in Rheinland-Pfalz getroffen. Das „Jahrhundert-Hochwasser“ hat in Deutschland bereits mindestens 90 Tote gefordert und Milliardenschäden verursacht. Hunderte Personen bleiben weiterhin vermisst. *Ruhr24.de ist ein Angebot von Ippen.Media.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare