Zweiter Verhandlungstag

Heilbronn: Urteil nach Brandstiftung in Flüchtlingsheim und Geständnis

Ein Schild mit der Aufschrift "Amtsgericht Heilbronn" steht vor dem Amtsgericht Heilbronn.
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Eine Familie steht in Verdacht, ein Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft gelegt zu haben. Das Gericht soll die Gründe klären.

Es brennt in einem Wohnhaus für Asylbewerber im Örtchen Talheim. Der Verdacht fällt auf eine Familie, die im Haus wohnt. Aber warum könnte sie das Feuer gelegt haben? Das muss ein Gericht klären.

Heilbronn (dpa/lsw) - Nach einem Brand in einem Haus für Asylbewerber wird der Prozess gegen ein teilweise geständiges Paar vor dem Heilbronner Amtsgericht am Dienstag (9.00 Uhr) fortgesetzt. Sehr wahrscheinlich wird am zweiten Verhandlungstag auch ein Urteil gesprochen. Dem Paar wird vorgeworfen, im Mai vergangenen Jahres Feuer in dem Zweifamilienhaus in Talheim (Kreis Heilbronn) gelegt zu haben. Zum Auftakt hatten sich Richter, Staatsanwalt und Verteidiger nicht auf ein Strafmaß verständigen können.

Die Anklage geht davon aus, dass die Frau und ihr Verlobter mit anderen Familien in dem Mehrfamilienhaus in Streit gelebt und das Gebäude vollständig für sich beansprucht haben. Sie sollen im Treppenhaus und in der Wohnung, in der sie zusammen mit drei Kindern gelebt hatten, mit Benzin getränkte Kleidungsstücke angezündet haben. Die Frau hingegen hatte ausgesagt, sie habe das Feuer alleine und aus Verzweiflung gelegt. Sie habe sich das Leben nehmen und verhindern wollen, dass ihre Kinder in der Wohnung wohnen müssten. Allerdings habe sie spontan ihre Meinung geändert, hatte die 34-Jährige ausgesagt. Die Kinder und der Mann seien zu dem Zeitpunkt nicht in der Wohnung gewesen.

Das Paar ist wegen schwerer Brandstiftung angeklagt. Bei dem Feuer wurde niemand verletzt.

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